Kino: „Weißbier im Blut“

Das Kino ist wieder da: Und gleich mit einer Deutschlandpremiere – „Weißbier im Blut“

Der Film, den Kinseher und Zimmerschied in Nürnberg vorstellten ist ein echtes Herzensprojekt: „Vor zwölf Jahren wollten wir ihn schon machen, aber wir haben ihn schließlich als Hörspiel umgesetzt – denn er galt damals noch als unverfilmbar.“

Das lag einerseits daran, dass bayerische Stoffe als Kassengift angesehen wurden – selbst innerhalb des Freistaats: „Deshalb haben wir das Hörspiel auch nicht mit dem BR gemacht, sondern für den Deutschlandfunk.“ Andererseits ist „Weißbier im Blut“ auch kein gewöhnlicher Krimi. Denn nicht die Auflösung des Falles – eine Mordserie mit Mähdrescher! – steht im Mittelpunkt, sondern das Dilemma von Komissar Kreuzeder (Zimmerschied). Der war einst der beste Ermittler von Passau. Aber nach vielen Jahren, in denen er sich in den Geisteszustand von Mörderinnen versetzte fand er immer weniger Sinn in seiner Arbeit: „Die meisten sind keine Monster, sondern arme Hunde. Sollte ich da nicht lieber helfen?“ Da er das nicht kann, verbringt er mehr Zeit in der Wirtschaft bei Weißbier und Kellnerin Gerda (Kinseher) als im Büro.

„Die Hauptfigur schwankt zwischen Fatalismus, Menschenliebe und Anarchie – damit habe ich mich von Anfang an identifiziert“, meint Zimmerschied. In vier Hörspielen und zahlreichen Lesungen eignete er sich die Figur vollkommen an: „Der Kreuzeder – das bin ich!“, sagt er heute.

Dass er ihn nun endlich auf die Leinwand bringen kann liegt vor allem am unerwarteten Erfolg der Franz-Eberhofer-Filme (in denen Zimmerschied auch mitspielt). Die machten bayerische Krimis mit schwarzem Humor bundesweit salonfähig. Dass die Trailer und Poster „Weißbier…“ nun folgerichtig wie einen weiteren Eberhofer-Teil aussehen lassen, schmeckt Luise Kinseher nicht unbedingt: „Da werden einige Leute sehr überrascht sein, da die Stimmung doch wesentlich melancholischer ist. Ich glaube aber, der Film bietet für alle etwas: Man kann einfach reingehen und sich über die Gags amüsieren – aber wer tiefer einsteigen will, findet auch etwas zum nachdenken. Etwa über die Frage nach dem Wesen der Schuld.“

Und – soviel sei verraten – der Film bietet trotz düsterer Momente auch viel fürs Herz und eine fast märchenhafte Auflösung, die wunderbar zu diesem Premierentag passt: Ein echtes Happy End.

WERTUNG: 2

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