Kino: „The Booksellers“

Wer jemals versucht hat, eine Bücherkiste zu heben, der weiß: Buchhändler ist ein Knochenjob. Gerade, wenn man sich auf antiquarische Werke mit ihren dicken Ledereinbänden spezialisiert hat. Zudem ist es ein wirtschaftlich harter Job: Das Angebot ist klein, die Käuferschaft überschaubar. Und trotzdem würden die meisten der Buchhändler in David Wyatt Youngs Dokumentation „The Booksellers“ ihren Beruf wieder ergreifen. Denn es geht eine unerklärliche Magie von Büchern aus, die selbst im Internet-Zeitalter noch spürbar ist: „Man sieht gerade junge Menschen in der U-Bahn jetzt wieder echte Bücher lesen“

Der Film macht diese Faszination sichtbar: Immer wieder schwelgt die Kamera in wunderschönen Einbänden, Handschriften oder Text-Illustrationen oder gibt Einblicke schön gestaltete Bibliotheken. Zentrum ist die New Yorker Messe für antiquarische Bücher und die Tradition der Stadt mit ihren einst 300 kleinen Buchhandlungen – von denen aktuell noch knapp 80 übrig sind. Ein bischen gleicht Youngs Film auch so einem Kramladen: Da gibt es tolle Entdeckungen, lustiges, schauriges (ein Buch in Menschenhaut gebunden!) und banales. Und reichlich unsortiert ist es auch: Ab und zu werden Vornamen eingeblendet, doch wer die Interviewpartner sind erschließt sich nicht immer. Dass zudem neben den titelgebenden Händlern auch noch passionierte Sammler und Autoren zu Wort kommen macht das ganze noch unkonzentrierter. Aber so sind sie halt, die Liebhaber und Sammler.

WERTUNG: 3

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