Archiv der Kategorie: Pet und die Welt

Start der Serie: „Fränkischer Humor“

Als ich heute am Zeitungskasten vorbei kam hab ich geweint. (Das soll bei Zeitungsmachern schon mal vorkommen) Aber diesmal vor Freude! Der Aufmacher sind nicht AfD, Putin oder die Wahl in Frankreich – sondern die erste Folge unserer Serie „Fränkischer Humor“!
Aufmacher
In den letzten drei Monaten haben meine Frau und ich intensiv an dieser Serie gearbeitet und mit vielen lustigen Leuten gesprochen. Der Start ist heute mit dem Interview mit Oliver Tissot.
Zeitung kaufen! Lesen! Freuen! (Wir sind der Titel, omg, ausflipp…)

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Alternative Bundespräsidenten

Steinmeier also.
Hm, einerseits wirkt er sympathisch, aber auch etwas unauffällig. Gerade im Hinblick auf die amerikanische Wahl wäre es doch cool, wenn wir auch einen etwas markanteren Präsidenten hätten.
Hier eine Reihe von Vorschlägen.

  1. Navid Kermani
    Der Autor von „Ungläubiges Staunen über das Christentum“ war ja tatsächlich mal im Gespräch für einen ‚ganz anderen‘ Bundespräsidenten. Ein Dichter, ein erfahrener Redner und ein Moslem (der mehr Zeit in katholischen Kirchen verbracht hat als die meisten AfD-Wähler zusammen und mehr über deutsche Kultur nachgedacht als der CSU-Parteitag).
    Auch der Name passt super: „Kermani from Germany“ – das flutscht doch! Und präsidabel aussehen tut er auch. Er könnte schwierige Randgruppen (Dichter, Redner) endlich besser integrieren.
    Das einzige Problem: Er ist Kölner. Ein Präsident der seine Reden immer reimt und „Alaf“ ruft? Das stößt natürlich bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung – auch wenn Kermanis Fans sagen, dass er ein sehr gemäßigter und moderner Kölner sei und nur ab und zu Narrenkappen zu öffentlichen Anlässen trägt. Schade.
  2. Thomas Gottschalk
    Der Vorteil: 98% der Deutschen kennen ihn und die meisten mögen ihn sogar.
    Auch er ist ein erfahrener Redner. Ich kann mir gut vorstellen, wie er sich chinesische Delegationen aufs Sofa holt und nach den neuesten Werken befragt.
    Als Teilzeit-Ami könnte er auch gut wieder eine Brücke in die USA bauen. Wetten dass?
  3. Helge Schneider
    Helge kann unheimlich wichtig aussehen, auch wenn er nur rumsitzt.
    Ich glaube das könnte andere Nationen einschüchtern, weil sie ihn nicht einschätzen können. Außerdem war er schon der Führer. Da wäre Bundespräsident doch nur konsequent.

und zum Schluss noch mein Favorit:

Michael Schumacher
Er repräsentiert Deutschland schon lange Jahre erfolgreich und ist überall beliebt.
Zudem wird er garantiert die ganze Amtszeit über nichts falsches sagen oder tun. Welcher andere Kandidat kann das schon von sich behaupten?

Wer wäre Dein Präsident / Deine Präsidentin?

Buch: „Chaos“

Vorneweg: Der deutsche Titel führt in die Irre. „Chaos“ von David Mitchell ist alles andere als chaotisch – eher ein sehr fein strukturiertes (wenngleich freilich auch komplex aufgebautes Buch). Der Originaltitel „Ghostwritten“ ist da schon treffender, immerhin handeln einige der Geschichten von Geistern. Mitchell ist auch der Autor der Romanvorlage zum Film „Wolkenatlas“ und sein Erstlingswerk „Chaos“ ist ähnlich ungewöhnlich.

Insgesamt neun Erzählungen à 50-70 Seiten enthält das Buch. Jede davon hat eine andere Hauptperson und einen anderen Schreibstil. So ist die letzte Episode „Night Train“, die von einer Radioshow handelt komplett in wörtlicher Rede geschrieben – wie ein Hörspiel!

Auch inhaltlich ist viel Abwechslung geboten. Von der simplen Boy-meets-Girl-Geschichte über einen Kunstraub bis hin zur Science Fiction und Geisterstorys ist alles dabei – und diese Vielfalt macht’s so schön.

Dennoch hängen die Geschichten zusammen und erzählen gemeinsam eine epische Geschichte, die sich geographisch von Tokio aus immer weiter nach Westen bewegt, bis sie in den USA endet. Die Verbindungen sind dabei zuerst so sanft wie die sprichwörtlichen Schmetterlingsflügelschläge der Chaostheorie – zwei Personen aus verschiedenen Stories laufen einander vorbei – werden aber nach hinten hin immer dichter verwoben.

Dabei kann ich die im Internet immer wieder zu lesende Warnung die letzten beiden Segmente („Clear Island“ und „Night Train“) besser wegzulassen, weil sie angeblich enttäuschend sind, nicht nachvollziehend. Gerade „Island“ ist ein ebenso starkes, wie sanftes Stück Prosa und gehört mit „Heiliger Berg“ und „Mongolei“ zu meinen Lieblingsepisoden. Und „Night Train“ setzt einen starken Schlusspunkt (und naja – handelt vom Radio, was ja auch immer gut ist).

Ein sehr empfehlenswerter Schmöker – vorausgesetzt man mag komplexe Stories, bei denen einem vor Zeit- und Ortsprüngen auch schon mal der Kopf rauchen darf! Ich bin gespannt auf die anderen Bücher von Mitchell.

Projekt 42 – Teil 42: Epilog

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Nun geht es tatsächlich zu Ende.
Ich stelle meine Maus auf rechte Hand und meine Kamera auf Farbfotos um.
Ich lege die Weltformel aus dem Infinite-Monkey-Experiment in diesen hochwertigen Behälter aus strahlungssicherem, titaniumlegiertem Billig-Plastik und fahre zum T668. Das „Schlummernde Talente“-Plakat hängt noch immer dort, hat aber schon ein rießiges Loch.

Ein bischen komm ich mir vor wie Gollum mit dem Ring, doch dann schaffe ich es, die Weltformel loszulassen und irgendwo in der Kreuzsteinstraße zu verstecken. Eine große Erleichterung! Soll wer mag danach suchen! Ich hab genug von den unlösbaren Rätseln der Welt.
Zweiundvierzig war cool, aber dreiundvierzig könnte noch cooler werden.
Weil es einfach nur eine Zahl ist.

Und so endet das Projekt 42 getreu dem Plan in der 42. Woche des Jahres.

So ein Zufall!

THE END

Danke an alle, die das Projekt 42 als Leser, mit Kommentaren oder Informationen begleitet haben!
Macht’s gut und danke für den Fisch!

 

P42 – 41: Douglas Adams im Himmel

< 40

Zur selben Zeit im Himmel.
Es ist wie immer ein perfekter Tag.
In der Abteilung für Science-Fiction und Fantasy-Prominenz richtet Terry Pratchett noch immer seine scheibenförmige Wolke ein, Leonard Nimoy begrüßt die Neuankömmlinge mit gespreizten Fingern und Christopher Lee witzelt, dass er froh ist, nicht nach ‚unten‘ gekommen zu sein.

Etwas abseits, auf Wolke 42, sitzt Douglas Adams und schmökert in seinem skyPad.
Ab und zu runzelt er die Stirn, oft schmunzelt er aber auch.
Er merkt gar nicht, dass jemand neben ihn tritt.
Es ist Gott.
„Was liest Du da?“, fragt Gott.
„Oh, das ist so ein Blog den ich zufällig gefunden habe“, antwortet Douglas Adams. „Es geht um die Suche nach dem Sinn des Lebens und…“
Erst jetzt bemerkt er wer neben ihm steht und fügt hinzu: „Er ist aber nicht sonderlich christlich…“
Gott schaut ihn an: „Seit wann stört Dich das? Du warst doch selbst Dein ganzes Leben lang ein überzeugter Atheist?“
Douglas Adams errötet: „Hm…naja…das war früher, bevor…“ Er deutet um sich herum.“.. vor all dem hier….“
Gott grinst ihn an: „Keine Panik! Ich bin nicht hier um über Dich zu richten, mein Freund.“
Douglas Admas atmet hörbar auf.
„Im Gegenteil“, fährt Gott fort. „Ich habe über die Sache nachgedacht…“
Er beugt sich verschwörerisch zu Douglas Adams herüber: „So eine Welt ohne Gott hat durchaus ihre Vorteile… “
Douglas Adams schaut Gott entgeistert an, doch der fährt unbeirrt fort:
„Du hast mich da auf eine Idee gebracht….“

Und noch bevor Douglas Adams protestieren kann, begann das Universum sich grundlegend zu verändern.

Wieder einmal.

> 42 Epilog

P42 – 40: Fazit

< 39

Neumond.
Der letzte im Zweiundvierzig-Jahr.
Zeit des Abschiednehmens.

Es war ein spannendes, ein erstaunliches Jahr und ich bin froh und glücklich, dieses Projekt durchgezogen zu haben.

Manche Momente fand ich sehr spannend, weil sie weder mit selektiver Wahrnehmung noch mit Wahrscheinlichkeit zu erklären sind (die Kreuzsteinstraße! Der Anfang mit dem Hüter des Lichts! Wie funktioniert so was? Das verstehe ich bis heute nicht.

Was mir aber klar wurde ist, dass das Gehirn ein träges Kerlchen ist, dass gern die gewohnten Wege geht – und dass es deshalb umso spannender ist, es mal auf neue Pfade zu schicken.

Für mich waren es vor allem die vier Monate in München, die mir viel neues gezeigt haben.
Hörbücher für Blinde zu produzieren war eine ganz andere Erfahrung als der (auch nicht gerade eintönige) Journalisten-Alltag in Nürnberg.

Aber auch die Zen-Wochen mit ihrer Sicht nach innen waren großartig. Im Rückblick ist mir vor allem die Magenwoche sehr gut in Erinnerung: In der habe ich den Morgenkaffee durch Tee ersetzt! Eine sehr gute Entscheidung, die mir sehr gut getan hat. Ähnlich wie der Verzicht auf Schweinefleisch! Das hätte ich schon früher machen sollen!

Diese ganz praktischen Dinge werden mich wohl noch lange weiter begleiten. Dazu die Erfahrung, dass es immer gut und bereichernd war, die automatisierten Wege zu verlassen und neues auszuprobieren.

Doch eines hat das Projekt jedoch meiner Ansicht nach nicht hervorgebracht:
Eine große, allumfassende universelle Wahrheit.

Im Gegenteil. Es zeigte sich immer mehr, dass die Sicht der Welt ganz individuell ist.

Die Welt folgt zwar gewissen Mustern – aber welchen Sinn man daraus zieht bleibt jedem einzelnen überlassen.

Das schöne daran ist: Jeder ist total frei bei der Wahl seines individuellen Sinns.
Wenn man das wählt, was man ohnehin liebt, liegt man garantiert richtig!

Rilke hat das einmal sehr majestätisch formuliert

„Der Mann, der, nach vielem Nachdenken wusste
„Alles ist Gott“
war ebenso gerettet und erlöst;
wie der es ist, der schließlich sagte:
„Alles ist 42“.

Rainer Maria Rilke, Vortrag über Auguste Rodin

Okay, ich geb’s zu: Bei der letzten Zeile habe ich geschummelt.

Aber ein „Projekt 42“ sollte auch wirklich nicht mit Rilke enden!

Es sollte mit dem Vater der 42, dem Autor des „Anhalters durch die Galaxis“ enden.

Es endet mit…

> Douglas Adams im Himmel

P42 – 39: Das letzte Experiment

< 38

Ein Blick auf die To-2-Liste zeigt – das Projekt 42 liegt erstaunlich gut im Zeitplan. Es gilt nur noch einen einzigen Punkt abzuhaken: Die Auflösung des Infinte-Monkey-Experiments.

Sieben Wochen lang habe ich jeden Tag eine „Zufalls“-Zahl ausgewählt (entweder über den Generator von Random.org oder indem ich Leute bat mir eine Zahl zwischen 1 und 100 zu nennen) und diese mit einer Tabelle der Häufigkeiten der Buchstaben in der Deutschen Sprache in einen Laut umgewandelt.

Das ganze fand in meditativer Stimmung statt (nachdem flott durcklicken nur Kauderwelsch generiert hatte). Ich hab mich jetzt nicht gegeißelt oder gefastet – aber doch immer einen ruhigen, ritualisierten Moment eingelegt, in dem ich mir bewusst machen wollte, dass ich hier möglicherweise mit einer höheren Macht Kontakt aufnehme. An jedem siebten Tage hab ich geruht.

Wie jedes coole Ritual hat es viel Spaß gemacht – aber was ist das Ergebnis?

Eines kann ich sicher sagen: Es ist nicht Hamlet. Und auch kein anderer mir bekannter Text. Teilweise wirkt er auf mich sehr inspirierend (der Anstoß zu ‚Ceres stammt aus diesen Zeichen), vieles bleibt aber unverständlich. Ist es heilig? Gefährlich? Oder nur Quatsch?

Ich überlege lange, was ich mit diesen Daten machen soll.
Sie werden sicher verstehen, dass ich so brisante Informationen nicht einfach ins Internet stellen kann.

Schließlich habe ich eine Idee: Ich werde die Zeichenfolge – die ich in Ermangelung eines besseren Namens jetzt einfach mal ‚Weltformel‘ nenne – dem Konflux zurückgeben. Zum Ende von Projekt 42 werde ich sie irgendwo am T668 verstecken. Vielleicht werden sie so Teil einer neuen Suche, eines neuen Rätsels. Eines, das ich nicht mehr ergründen muss.

Den für mich kommt jetzt die Zeit des Abschieds

> 40 Fazit

P42 – 38: Die Weltformel

< 37 Die große Frage

„Seit den ersten Anfängen ihrer Kultur waren die Menschen nie damit zufrieden, die Welt blos als unverbundenes und unerklärliches Nebeneinander von Ereignissen zu betrachten. Stets waren sie bemüht, die der Welt zugrunde liegende Ordnung zu verstehen. (…) Und wir haben dabei kein geringeres Ziel vor Augen als die vollständige Beschreibung des Universums in dem wir leben.“

Stephen Hawking, Die kürzeste Geschichte der Zeit

Kurz vor Abschluss von Projekt 42 will ich mich auf die Spur dieser Superformel zur Beschreibung von allem machen. Da ich Journalist bin und die Sprache der Mathematik nur unzureichend spreche gebe ich vor allem einen historischen Abriss – mit ein paar eigenen Gedanken zum Schluss.

Eine ganz kurze Geschichte der Weltformel.

Die Vorstellung, alle Erscheinungen des Konflux auf eine Grundformel zurückzuführen ist vermutlich ebenso alt wie die Menschheit. In vorwissenschaftlicher Zeit war das gewissermaßen auch leichter, da man für alle Unbekannten in dieser Gleichung einfach „Gott“ oder „Göttlicher Wille“ einsetzen konnte und immer wieder bei Facetten dieses unergründlichen Schöpfers ankam.
Dabei blieb natürlich das Grundgeheimnis wer dieser Gott sei und was genau sein Wille ist weiterhin umstritten.

Mit dem Aufkommen komplexer Maschinen  im 17. Jahrhundert verschwand Gott langsam aus der Erklärung und machte einem mechanischem Bauplan Platz. Die Welt wurde zum Uhrwerk, in dem viele kleine Rädchen ineinandergriffen. Die Hoffnung, dass wir den Plan wirklich handfest verstehen können wurde immer deutlicher.

Modelle des Sonnensystems und Atome entstanden und was dem mechanischen Zugriff entzogen war, danach strebte der Geist:

„Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt, mit denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie zusammensetzen (…), würde in der gleichen Formel die Bewegungen der größten Himmelskörper und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren Augen.“ – so fasst Pierre-Simon Laplace 1814 die Anforderungen an eine alles erklärende Weltformel zusammen.

Ist das Universum berechenbar?

Vergangenheit und Zukunft, Planeten und Atome – alles zusammengefasst in eine möglichst einfache Gleichung. Ist das möglich? „Yup“, sagt zum Beispiel kein geringerer als Konrad Zuse. Der Computer-Pionier ging davon aus, dass die Welt berechenbar sei – wenn auch noch nicht zu der Zeit als er 1941 den Ur-Rechner Z3 baute – so doch in absehbarer Zukunft, wenn die Rechenkapazität gestiegen sei:

„Es geschah bei dem Gedanken der Kausalität, dass mir plötzlich der Gedanke auftauchte, den Kosmos als eine gigantische Rechenmaschine aufzufassen.“

Interessant finde ich hier die Wendung dass der Gedanke „plötzlich auftauchte“ – er also nicht aus einer Berechnung kam, sondern aus Zuses Inneren. Denn was könnte sich ein Computer-Erfinder sehnlicheres Wünschen, als das die ganze Welt wie seine Erfindung sei?

Ist sie das?

Was gegen eine Weltformel spricht

Gegen ein berechenbares Universum spricht, dass sie bisher, trotz gigantischer Rechenkapazität und Generationen von Denkern noch nicht gefunden wurde.
Egal ob man theologisch, natur- oder geisteswissenschaftlich an die Sache heranging – immer verfing man sich in Widersprüchen (etwa in der Frage welcher der hypothetischen Götter nun der ‚richtige‘ sei oder in der faszinierenden Tatsache, dass unsere beiden wichtigsten wissenschatlichen Theorien – die Relativitätstheorie und die Quantentheorie – einander widersprechen).
Dagegen spricht auch der ‚echte Zufall‘. Ein Universum, in dem echte Zufälle passieren, kann nicht in letzter Konsequenz berechenbar sein.

Was für eine Weltformel spricht

Nur das etwas noch nicht gefunden wurde, sagt noch lange nicht, dass es das nicht gibt (Beispiel: Amerika). Zudem erscheint mir das Universum bei näherer Betrachtung immer wieder wie ein Angeber, der mit seinen unzähligen Phänomenen protzt (Millarden von Menschen!) – die aber letzlich alle auf die gleichen Grundmuster (zwei Beine, zwei Augen etc.) zurückzuführen sind. Sprich: Die Welt ist lange nicht so kompliziert, wie sie tut.

Moderne Befürworter einer Weltformel, wie Jürgen Schmidhuber sind deshalb der Ansicht, dass es tatsächlich eine solche Gleichung geben kann – und das diese sogar überraschend einfach sein kann.

„Da berechenbare Universen viel einfacher sind als unberechenbare und man einfache Hypothesenden komplexen vorziehen sollte, wollen wir Zuses Hypothese akzeptieren, solange nichts dagegen spricht. Überraschenderweise muss es dann einen sehr kurzen und in gewissem Sinn optimal schnellen Algorithmus geben, der nicht nur die vollständige Geschichte unseres eigenen Universums berechnet, sonden auch diejenigen aller möglichen anderen Universen.“ Jürgen Schmidhuber, Alle berechenbaren Universen

Der Haken an Schmidhubers Weltformel ist aber, dass sie neben ‚unserem‘ Universum auch alle möglichen Alternativen mitberechnet. Damit könnte sie vorhersagen, dass ein Würfel eine Zahl zwischen eins und sechs würfelt (oder unterwegs von einem Elefanten zerteten wird, was natürlich kein Zufall wäre.) – aber nicht welche Zahl. Zudem geht Schmidhuber davon aus, das wir die Formel zwar finden können,  die Berechnung aber – da sie innerhalb unseres Universums stattfindet – immer langsamer wäre als das Universum selbst, welches sich die Alternativuniversen sparen kann und einfach unsere Zukunft errechnet. Der praktische Nutzen der Formel wäre somit gleich null.

Puh. Durchschnaufen.
Was glaube ich?

Mir fällt auf, dass die Menschen dazu neigen, die Wlet über Dinge zu erklären, die Ihnen am Herzen liegen: Der Gläubige Mensch über Gott, der Ingenieur über ein mechanisches Modell, der Computerbauer als großen Rechner… und ich selbst wohl immer in Form einer Erzählung.

Auffallend ist, dass der Konfllux allen diesen Deutungen (bis zu einem gewissen Punkt) Raum lässt und sie abnickt: Mit jeder bekommt man eine Facette des ganzen zu fassen – aber bisher nie die Gesamtheit.

Aber falls das doch gelingt? Würde uns das glücklicher machen?

Stellen wir uns folgendes vor:

Vor gut 2000 Jahren steht einer dieser griechischen Geisteshelden an seinem Rechenpult (oder was immer die hatten) und ergündet nach reiflichem Grübeln die Weltformel. Nach anfänglicher Freude („Heureka!“) rechnet er damit ein bischen rum und kalkuliert die weitere Entwicklung der Welt mit besonderem Hinblick auf sein geliebtes Heimatland. Spätestens als er bei „Euro-Krise“ und „Grexit“ ankommt lässt er das Papier (oder was auch immer er hatte) mit der Weltformel klammheimlich verschwinden und geht zurück in eine schöne, unberechenbare Welt in der bunte Götter willkürlich ins Geschehen eingreifen und in der die Fantasie und das Suchen viel wichtiger sind, als die Fakten und das Ergebnis.
Möglicherweise beginnt er schon am nächsten Tag mit der Arbeit an der „Illias“´.

Natürlich.
Das musste ich so schreiben.
Als Rhapsode muss ich am Ende auf ein Weltbild kommen, dass mein Leben für stimmig und das was ich tue für zentral erklärt. Die Weltformel beschreibt letzlich doch am besten immer die Person, die sie aufstellt. Zumindest das ist ein Muster auf das wir uns seit zweitausend Jahren verlassen können.

Aber mit Wahrheit hat das nichts zu tun.

> 39: Das letzte Experiment

P42 – 37: Die große Frage

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„Die Antwort auf die Große Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ist (…) 42.
(…) Ich denke, das Problem ist, dass ihr nie genau wusstet wie die Frage lautet“.
Deep Thought, The Hitchhikers Guide To The Galaxy.

Wie versprochen will ich in dieser Folge versuchen der Großen Frage auf die Spur zu kommen.
Welche Frage könnte das sein?
Immanuel Kant hat „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“ und „Was darf ich hoffen?“ als Grundfragen der Menschheit definiert. Nett. Aber keine davon lässt sich reinen Gewissens mit ’42‘ beantworten.

Vielleicht hilft uns ja weiter, die am häufigsten gestellten Fragen der Menschheit auzuprobieren.
Deshalb schreibe ich an Google mit der Frage welche das sind. (Anders als bei anderen Promis erhalte ich kurz darauf Antwort und führe ein nettes Gespräch mit dem Pressesprecher. Kann daran liegen, dass ich diesmal nicht als Privatperson frage, sondern ganz offiziell als Journalist der NN. Oder daran, dass Google nicht evil ist.)

Nach etwas beiderseitigem Grübeln und surfen auf der „Google-Trends“-Seite löst sich das Rätsel schnell. Seit 2004 zählt Google die Suchanfragen. Über 10 Jahre Menschenneugier! Wenn das mal nicht repräsentativ ist.
Und hier ist sie. Exklusiv. Die meistgestellte Frage der modernen Menschheit:

„Wo bitte gehts hier zu Facebook?“

‚Facebook‘ ist mit Abstand der am häufigsten verwendete Suchbegriff. Gefolgt wird er von ‚youtube‘, ‚google‘, „game“, „film“ und „video“.

Ziemlich enttäuschend. Das sind alles keine wirklichen inhaltlichen Fragen, sondern eine Art eine URL statt in die Browserleiste in die Google-Zeile einzugeben. (Bei Google nennt man solche Fragen Navigationsfragen). Und alle sind nicht mit ’42‘ zu beantworten.

Was aber passiert, wenn man diese Navigationsfragen weglässt und nur nach Dingen sucht, die jetzt nichts mit dem Internet und seinen Angeboten zu tun haben?
Ich tippe auf „Liebe“ als meistgesuchten Begriff, der Google-Sprecher auf „Wetter“. Er behält recht. In Deutschland ist „Wetter“ ganz oben – gefolgt von „Berlin“.

Hmpf. „Wie wird das Wetter?“ kann man nicht wirklich mit 42 beantworten. Oder?
Ein Blick auf die Wetterstation in der Küche zeigt: Die Höchsttemperaturen für heute, morgen und übermorgen sind: 16°, 15° und 11°. War ja klar. Noch Fragen?

> 38 Die Weltformel

P42 – 36: Ceres (Exposé)

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Da es recht unwahrscheinlich ist, dass ich die Zeit finde „Ceres“ auszuformulieren, diese Story ein Ergebnis und ein wichtiger Bestandteil von „Projekt 42“ ist, will ich in diesem Artikel mal einen groben Handlungsabriss aufschreiben (auch weil ich schon anfange wilde Zusatzideen zu entwickeln, welche die Story nur schlechter machen – deshalb ist es besser sie jetzt festzuklopfen). Die ausformulierte Version wird dann, so der Konflux will, bald nachgetragen.

Die Grundidee der Story ist, dass es eine Grenze der menschlichen Möglichkeiten gibt. Und zwar eine ganz reale, im Raum fassbare. In meiner Geschichte befindet sich diese Grenze auf der Höhe des Asteroidenrings in unserem Sonnensystem.

CERES

In naher Zukunft haben neue Antriebsformen der Raumfahrt starken Auftrieb gegeben. Die Menschen flogen zum Mars und wollten weiter – doch auf Höhe des Asteroidengürtels wurden sie von einer unsichtbaren Grenze gestoppt. Maschinen fliegen problemlos durch, aber Menschen sterben bei dem Versuch. Schon die Annäherung führt zu Stress und Ermattung.

Auf dem Asteroiden Ceres richtet die Menschheit ihren weitesten Außenposten ein um das Phänomen zu untersuchen, dem sie den Namen „Gödel-Grenze“ gegeben haben. Zuerst schickt die Menschheit die besten Wissenschaftler ihres Faches, dann – als Erfolge ausbleiben – die welche nicht woanders dringender gebraucht werden und schließlich niemand mehr. Die Station auf Ceres beginnt zu verfallen und wird nur von einer kleinen Stammbesatzung am Laufen gehalten.

42 Jahre nach der Errichtung ist die „Ceres“-Station so marode, dass der Planet evakuiert werden soll. Doch zuvor soll ein letztes Experiment gewagt werden. Ein Millionär und Abenteurer will den Durchbruch in einer neuartigen Rakete wagen. In Begleitung des bekannten Journalisten Browne fliegt er zu Ceres.

Schon vor der Ankunft merken sie die psychischen Auswirkungen der Gödel-Grenze: Eine Müdigkeit und Gereiztheit, die bald die ganze Crew befällt. Nach einigem Blabla auf der Station schickt sich der Millionär zum Flug an und …

…oh der Rest ist irgendwie unleserlich. Hm. Dann werdet ihr auf das Finale wohl doch bis zur fertigen Version warten müssen 🙂 .

> 37 – Die Große Frage