Archiv der Kategorie: Geheimbund

P42 – 23: Verschwörungstheorie 2.0

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ACHTUNG! WICHTIG!

Soeben habe ich erfahren, dass Terroristen der Gruppe „Illuminatii 2.0vergiftete Hyperlinks entwickelt haben. Diese sogenannten „Rot-Links“ infizieren die User beim Klick mittels elektronisch getriggerter Nanobakterien, die sich über Touchscreens auf den Körper ausbreiten. Um mehr zu erfahren KLICKEN SIE HIER.

Bitte leitet diese Warnung weiter! Sharing is caring!
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Mixtape: Die besten Reisesongs Platz 45-41

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So! Ich hoffe alle sind angeschnallt, denn nach den eher bodenständigen Reisen der letzten Plätze geht es jetzt aufs Wasser, auf die härteste Autobahn der Welt und sogar bis ins Weltall!
Viel Spaß!

Platz 45
ROADS OF GERMANY – Bob Geldof, 1992

Wir starten auf den Deutschen Autobahnen: Die sind für den Iren Bob Geldof symbolisch für die Wirrungen des 20. Jahrhunderts. Aus seinem Fenster sieht er die deutsche Geschichte vorbeifahren: Adenauer im Käfer, Ulbricht im Trabant, Brandt im Mercedes und Honecker im Panzer. Ein durchaus seltsamer, aber erhellender Blick von aussen auf die ‚Roads that Hitler built‘.

Platz 44
FLY ME TO THE MOON – Frank Sinatra, 1964
Weltraum, die erste: Dieser Track ist eigentlich ein Liebeslied  von Bart Howard aus den 50ern mit dem Titel ‚In other words‘. In der Version von Frank Sinatra aber wurde er die inoffizielle Hymne des US-Mondfahrtprogrammes. 1969 hatten ihn die Astronauten von Apollo 10 sogar auf Kassette (!) dabei, als sie den Mond umkreisten!
In den 90ern kam er dann noch einmal zu Ehren: Als Schlussmelodie der Folgen von „Neon Genesis Evangelion“.

Platz 43
THE FINAL COUNTDOWN – S.U.M.P, 1989
Weltraum die zweite: Basierend auf einer alten spanischen Gitarrenmelodie erzählen Bela B. und Rod davon, wie die Menschen die Erde mit einem Raumschiff Richtung Venus verlassen. Wurde später von Europe auf Keyboards nachgespielt und recht erfolgreich.

Platz 42
MAJOR TOM – Peter Schilling, 1982
Weltraum die Dritte: Wer in den 60ern abheben wollte griff zu Drogen und Hippie-Rock, in den 80ern dagegen zu „Perry Rhodan“-Romanen und diesem NDW-Klassiker. Schillings „Major Tom“ war so erfolgreich, dass er (wie Nenas Luftballons) in einen englischen Version nach USA exportiert wurde und zahlreiche Coverversionen anregte. Darunter auch eine von William Shatner ‚gesungene‘. Dabei war das deutsche Original ja selbst recht dreist abgekupfert von…. aber halt, ich denke wir werden Tom noch mal begegnen ehe die Liste hier zu Ende ist 🙂

Platz 41
PROUD MARY – Creedence Clearwater Revival, 1969
Zurück auf der Erde und auf dem Mississipi-Schaufelrad-Dampfer „Proud Mary“. Ein wunderschöner Boots-Reise Song, der vor allem in der Version von Ike und Tina Turner unsterblich wurde („We like to do it nice and easy – but we never do anything nice and easy“)

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Konstantin Wecker in der Kofferfabrik

Konstantin Wecker ist doch immer für eine Überraschung gut: Gestern gab er ein geheimes Konzert in der Kofferfabrik – und engagierte sich dort für die GEMA.

Auf den ersten Blick klingt es wie ein Aprilscherz: Konstantin Wecker spielt in der Kofferfabrik! Und dann auch noch zu Gunsten der GEMA. Ist die GEMA nicht böse? Wecker meint nein: „Es ist unsere Interessensvertretung: Von und für uns Musiker. Ohne die GEMA würde ich vom Staat 200 Euro Rente bekommen und hätte keine Alterssicherung. Es braucht eine Institution wie die GEMA um die Urheberrechte von uns Musikern zu verteidigen.“

Eine Haltung mit der er – mal wieder! – gegen den Strom schwimmt und für die er schon heftig Schläge einstecken musste: „In all den Jahren in denen ich mich gegen etwas engagiert habe bin ich noch nie so beschimpft worden, wie jetzt, wo ich mich einmal für etwas einsetze!“

Freilich ist auch Wecker klar, dass die GEMA reformbedürftig ist: „Die Tarife müssen gerechter und vernünftiger werden. Der Verteilungsschlüssel muss unbekannteren Künstlern mehr zukommen lassen als uns Arrivierten. Aber all das bedeutet doch nicht, dass die GEMA abgeschafft werden soll! Ich bin ja auch mit der Bundesregierung nicht einverstanden – und trete trotzdem nicht aus Deutschland aus.“

Beim Konzert blieb das (glücklicherweise) außen vor. Hier drehte sich alles um die Musik und um Weckers Reise zurück zu den Anfängen: „Ich hab im Nürnberger ‚Zündholz‘ vor sechs Leuten gespielt und jahrelang ging mein Publikum nicht über zwanzig Personen hinaus“, erinnert er sich. „Deshalb fühle ich mich auf kleinen Bühnen nach wie vor sehr wohl. Nur einen Flügel vermisse ich.“ Aber auch aus ihren Keyboards holen Wecker und sein „musikalischer Lebensgefährte“ Jo Barnikel alles heraus was die Anschlagsdynamik hergibt: Von der zarten Ballade, über die gehämmerten Protestsongs bis zum finalen Improvisationsduell, das die beiden Pianisten von Hänschen Klein über Tschaikowski bis zu Wecker zurück führt. Dazwischen liest Wecker aus seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen: „Mein Vater war Opernsänger und weckte meine Liebe zur Musik: Ich sang alle Frauenrollen der italienischen Opernduette!“

Ein sehr familiärer, stimmungsvoller Abend, der zumindest mich dazu brachte, nochmal über die GEMA und meine eigenen Vorurteile nachzudenken…

Lesenswert: Zwei feine Blogs

So, zur Abwechslung gibt’s heute mal nix über Kino, sondern Hinweise auf zwei andere Blogs, die es in meine Favoriten-Liste geschafft haben:

Zum einen ist da Radiokollegin Bettina Blume seit kurzem in der Blogosphere unterwegs. Auf ihrem Blog „Text + Ton“ gibt es – wie der Name schon andeutet – Interviews mit Musikern im O-Ton, die für den Rundfunk entstanden sind und Hintergrundgeschichten dazu, wie eigentlich Radio gemacht wird, bzw. wie es Journalisten bei der Begegnung mit (Semi-)Promis so ergeht. Den Anfang im Interview-Reigen machen Sven Regener von Element of Crime und die Aeronauten.

Sehr puristisch sieht es auf dem Blog von Filmkritiker-Gott Georg Seeßlen aus. Schon erstaunlich, dass der Typ neben all den dicken Filmbüchern und Rezensionen die er schreibt auch noch Zeit und Muse zum bloggen hat.

Auf „Das schönste an Deutschland ist die Autobahn“ gibt es dann aber auch nur wenige Artikel über Kino und viele über Politik, Gesellschaft und andere Dinge, die wohl nur Semiotik-Professoren verstehen.  So sind manche Einträge auch recht anstrengend fürs Hirn, wecken aber den Wunsch, irgendwann wenn ich groß bin, auch mal so klug zu sein. Umso schöner, wenns dann ins polemische abdriftet wie in der dreiteiligen Betrachtung über das Verhalten eines gewissen Guido W. unter dem sprechenden Titel: „Der Idiot der Familie„.

Viel Spaz beim Lesen!

Es gibt sie wirklich!!

Wie lange habe ich darauf gewartet?
Habe ich es noch für möglich gehalten?
Hätte ich noch zu Lebzeiten damit gerechnet?

Egal! Es ist wahr – hier ist sie – die einzig wahre –

Neue Gymmick - CD
neue Gymmick - CD

17 neue Tracks und aufgemöbelte alte Gassenhauer vom einzig wahren Gymmick Solo und mit Band. Einen ersten Reinschmecker + Interview gibts vom 16. bis 21. Februar im Funkenflug. Die Release-Party folgt am 27. Februar im Hirsch.

Hier gibt’s erst mal  die Tracklist, damit Euch das Wasser im Munde zusammenläuft, hehe – eine ausführliche Rezension folgt. (P.S.: Track 14 freut mich als alten Funkenflieger natürlich besonders…)

Gymmick mit Uns

1. Ich brauch die neue Gymmick-CD
2. Lucky Generation
3 In den Hütten
4. Wen Du schön wohnst
5. Heppo Hepp
6. Was ist aus dem Vipbereich geworden
7. Warum zieht’s mich nur so runter
8. Böse Möbelstücke
9. So neu
10. Schwul Dich an
11. Mein König
12. Why da sun

BONUS TRACKS
13. Pop Song
14. Interview mit Roman Herzog
15. Gelber Sack
16. Ich mach Dir die Frisur kaputt
17. Jenseits von Eden

3/4 Revolution: „Soy Cuba“

Endlich bin ich mal dazugekommen, in mein Weihnachtsgeschenk reinzuschauen:

„Soy Cuba“ von 1964.

M. hat diesen Film im Audiokommentar von „Boogie Nights“ entdeckt, wo er mehrfach lobend erwähnt wird – und tatsächlich brennt hier die Leinwand.

Weniger inhaltlich: Erzählt werden recht brave Moritaten von bösen, häßlichen Kapitalisten, die arme, edle Kubaner ausbeuten, bis die RevoluzZzion ausbricht. Kommunistische Propaganda, komplett mit gefallenen Mädchen, grölenden Amis und tapferen Märtyrertoden.

Aber so schön! Die Kamera fliegt, schwimmt, saugt sich fest an sonnengebrannten Gesichtern edler Frauen. Seit „Himmel über Berlin“ hab ich keine Kamera mehr gesehen, der die Schwerkraft so egal ist! Seit „Children of Men“ keine aufwändigeren, minutenlangen Einstellungen (und seit „Triumph des Willens“ nicht mehr Katzbuckelei vor dem zahlenden Regime).

Eine Szene musste ich mir gleich zwei mal angucken um’s zu glauben. Erst beim zweiten mal hab ich überhaupt gesehen, wie der Wahnsinnsflug am Ende möglich wurde – es wirkt als hätte die Kamera Flügel! … Wie soll sich das noch steigern? Die letzte halbe Stunde schau ich mir heut gar nicht mehr an, tipp aber mal drauf, dass am Ende die Revolution siegt, die Himmel sich öffnen und ein goldenes…naja, sie wissen schon.

Dem optischen Bombast gegenüber steht ein recht karger Sound: Der komplette Film ist nachsynchronisiert und – zumindest ein ‚Radio-Ohr‘ merkt, dass immer wieder die gleichen Samples von Hupen, Wasserwerfern, Stimmen verwendet werden, der Raumklang ist meist falsch, wenn auf Zuckerrohrblätter gehauen wird klingt es wie Stahl auf Stahl und wenn grad nix zu hören ist sitzt man akustisch wirklich in einem toten Raum ohne Geräusche. Dafür fängt das Thema genauso an wie „Star Trek“. Naja.

Und Killer-Haie kommen auch nicht drinn vor.

Deshalb:

WERTUNG: 2

Falls sich in der letzten halben Stunde noch was entscheidendes ändert, geb ich in einem P.S. bescheid.

DVD: Der Geheime Film

??????? ?????? ?, von XYZ, 2006

Okay, leider kann ich euch den Titel von diesem Film nicht nennen und auch nicht genau sagen, worum es geht. Und nicht mal weil es sich um Schweinkram handelt (höchstens aus Ami-Sicht, aber dazu gleich mehr), sondern weil ich die DVD noch verschenken will – und man weis ja nie, wer das alles liest und evtl. die Überraschung verdirbt!

Deswegen hier eine betont informationsarme Filmbesprechung:
Auf 2 DVDs erzählt EINE HIER NICHT GENANNTE PERSÖNLICHKEIT der Popkultur über Arbeit und Leben. Auf der Hülle steht „Concert“, aber singen tut DIE GEHEIME PERSON gottseidank nicht. Es ist mehr so Q&A plus standup-comedy. Dabei wechseln echte Insiderinfos (wenig) mit viel lustigen Albernheiten.

Das ist einerseits ziemlich cool, weil es sich um eine recht REDSELIGE UND ELOQUENTE PERSON handelt, ermüdet dann aber über die Laufzeit von vier Stunden (Value for money…) doch etwas – ich hab jetzt drei Wochen gebraucht die beiden DVDs fast zu Ende zu gucken. Weil es gibt doch viele Sätze, deren Witz-Potential einfach darin besteht möglichst oft „Fuck“ oder „Shit“ zu sagen. Das ist für Amerika zwar anscheinend immer noch eine todsichere Provokation, funzt aber in Deutschland ned. (Bei uns muss man dafür schon den Hitler machen. Wäre mal ein interessantes Thema: Todsichere Provokationen in aller Herren Länder.)

Zudem hängt die Qualität der Antworten von DER GEHEIMEN PERSON auch immer stark von den Fragen der Zuschauer ab. Dafür ist der Nerd-Faktor sehr, sehr hoch („Kennst du die DVD von der Geheimen Person, da wo sie die Q&A-Shows macht?“) und die Hülle macht sich auch gut im Regal: „Mensch! Die glitzert ja richtig, die GEHEIME PERSON!!“)

Wertung: GEHEIM
(aber irgendwo zwischen 2 und 3)

P.S.: Nein, es ist nicht Quentin Tarantino.