Archiv der Kategorie: Faves

Kino: Boyhood

Oops, he did it again: Richard Linklater, Mastermind der genialen „Before Sunrise“-Trilogie spielt in seinem neuesten Film „Boyhood“ wieder mal mit der Zeit: Zwölf Jahre lang drehte er jeweils für eine Woche mit dem selben Hauptdarsteller (Ellar Coltrane), der in dieser Zeit vom 6-jährigen Bub zum 18-jährigen heranwächst.

So entsteht etwas, was so noch nie auf der Leinwand zu sehen war: In gut 160 Minuten begleiten wir einen Menschen (und seine Familie) durch seine komplette Kindheit. Dabei ist „Boyhood“ aber keine Doku, sondern ein echter Spielfilm mit durchgehender Handlung. Cool? Keine Frage! Konfus? Gar nicht! Der Film wirkt erstaunlich klar strukturiert und sinnvoll, als wäre er immer so geplant gewesen.

Dabei gab es am Anfang zwar ein Grundkonzept, aber während der Jahre wuchs auch das Drehbuch mit und passte sich der echten Entwicklung des Menschen an: „Wen Ellar in echt Profi-Wrestler hätte werden wollen hätte wohl auch das Eingang gefunden“, meint Linklater.

Und als ob das Experiment mit der Form nicht schon spannend genug wäre, geht Linklater (ähnlich wie bei „Before Midgnight“) auch inhaltlich nicht den einfachsten Weg: Seine Filmfamilie muss durch viele, realistische Konflikte, die es keinem der beteiligten leicht machen. Dennoch ist der Film angenehm zu gucken, auch weil der Fluss gewohnt entspannt ist. Auch die Fülle der Nebenpersonen (damit hab ich sonst oft Probleme) ist hier gut überschaubar und bringt im ganzen ein gigantisches Panorama unterschiedlichster Themen rund ums Erwachsenwerden in Texas.

Kurzum: Ein einmaliges, intelligentes Meisterwerk.

WERTUNG: A

Werbeanzeigen

Best of: „Barry Lyndon“

Zugegeben: Aus dem an Höhepunkten nicht gerade armen Werk von Stanley Kubrick einen Favoriten zu wählen ist alles andere als leicht. „2001“ drängt sich als der bahnbrechende SF-Film natürlich geradezu auf oder „Clockwork Orange“ bei dem der autoritäre „SCHAU-NICHT-WEG!!!“-Stil des Maestros sicher am reinsten (und quälensten) zur Geltung kommt.

Als Film für die Einsame Insel würde ich mir aus seinem Ouevre aber dann doch das dreistündige Historien-Epos „Barry Lyndon“ herauspicken, da er nicht ganz so getragen ist wie „2001“ (der je nach Stimmung des Zuschauers Genial, nervig oder nur langweilig sein kann) und nicht so ekelig wie „Clockwork“.

Barry Lyndon erzählt Aufstieg und Fall eines Land-Edelmannes im 18. Jahrhundert (nach der Vorlage eines zeitgenössischen Romans) – in unvergleichlich schönen Bildern, die von Gemälden der Zeit inspiriert wurden. Unterstrichen wird der Eindruck des „gemalten“ durch die immer wiederkehrenden majestätischen Zooms, die den Blick von einem Detail auf das ganze lenken. Was natürlich auch ein inhaltlicher Aspekt ist: Anhand von Barrys Leben erfahren wir viel über das 18. Jahrhundert – oder wenn man so will die Menschen an sich.

Die Musik – Händel, Schubert, Vivaldi, Bach – steht der Opulenz der Bilder dabei in nichts nach. Dazu kommt eine unvergleichliche Liebe zum Detail: Hier stimmt jede Gürtelschnalle, für die (zahlreichen) Szenen bei Kerzenlicht wurden extra neue Linsen von Zeiss verwendet um sie ohne künstliche Beleuchtung aufzunehmen. Kombiniert mit der ironisch vorgetragenen Geschichte – BL ist einer der wenigen Filme in denen der Off-Erzähler nicht nur Sinn macht sondern sogar zum gelingen des Meisterwerks beiträgt – kann das nur zu einem führen: Der

WERTUNG: A

Best of: „Ghost in the shell“

Da ich momentan wenig dazu komme, aktuelle Kinofilme zu gucken, will ich den Blog nutzen um ein paar meiner absoluten Favoriten vorzustellen und neben all dem Kino-Fastfood auch ein paar der Filme hier zu listen, die in die rare Höchstkategorie „A“ meiner Wertung fallen – also solche Filme, die neben formaler oder inhaltlicher Brillianz für mich eine besondere Bedeutung oder Geschichte haben. Den Anfang macht mein Lieblings-Anime: „Ghost in the shell“

Zuerst gesehen habe ich diesen Film während der Berlinale in einem kleinen Kino  – nicht als Teil des offiziellen Festivalprogramms, sondern „Bonus“ am Abend (was bei drei „offiziellen“ Filmen am Tag schon zugebeben ziemlich irre ist…). Aber der Ruf „besser als Akira“, der ihm vorauseilte und die dringliche Empfehlung von Kollege Tommy Stärker lockte mich rein – und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar verstand ich kaum was von der Story (weswegen ich sie hier gar nicht nachzuerzählen versuche), doch die melancholisch-nachdenkliche Atmosphäre, die (für damalige Verhältnisse) spektakuläre Animation und die eindringliche Musik konnten mich sofort begeistern und den Wunsch eines Wiedersehens wecken.

Und das lohnt sich! Es gibt ja Filme, bei denen das zweite Gucken eine Enttäuschung ist, da der Reiz des neuen, überraschenden nicht mehr da ist – aber es gibt auch solche die immer mehr Überraschungen offenbaren, je länger man sich mit ihnen einlässt. Dazu gehört auf jeden Fall „Ghost in the shell“. Erst beim dritten mal hab ich (glaub ich) so halb verstanden, um was es genau geht, bei jedem weiteren sehen entdecke ich neue Details. Je tiefer man kommt, desto vielschichtiger wird es.

Zudem ist der Film ein wichtiger Knotenpunkt: Hier verknüpft sich „Blade Runner“ mit asiatischer Zeichensprache, Bergmans „Persona“ mit Hong Kong Action. Die Einflüsse auf folgende Filme (insbesondere die „Matrix“-Trilogie) sind nicht zu übersehen.

Und „Ghost in the shell“ ist ein schöner Startpunkt in das schöne, verrückte und inovative Universum von Regisseur Mamoru Oshii und bleibt mir deshalb – obwohl „Avalon“ oder „Red Spectacles“ ebenfalls unvergleichlich sind – immer der liebste aus seinem Werk.

Es gibt von „Gits“ auch einen zweiten Teil, den ich gut, aber nicht sooo überragend fand, sowie eine Anime-Serie (durch die ich mich noch nciht durchschauen konnte) eine „2.0“-Version mit neuen, digitalen Bildern (brauch ich ned, find das Original schön) und eine Live-Action-Version von 2017.

WERTUNG: A

DVD: Gesten des Respekts – „Kundun“

Weil ich heute „10 Fragen an den Dalai Lama“ besprechen darf, schmökere ich vorher noch in der Autobiographie des Mannes und gucke – glaub ich zum fünften mal – „Kundun“ von 1997 in dem Martin Scorsese die Jugend des Dalai Lama von der Entdeckung in einem abgelegenen Bauerndorf bis zum Exil in Indien erzählt.

„Kundun“ ist einer der Fälle, wo Scorsese sein Millieu der ‚Americana‘ verlässt und etwas völlig anderes wagt. Heraus kam sein wohl sanftester und ruhigster Film – der bei jedem sehen aber neue Aspekte offenbart. Diesmal fällt mir besonders auf, wie genau er den Worten der Autobiographie folgt, viele bisher unverständliche Szenen erkären sich in Zusammenhang mit dem Buch.

Umso witziger die Entdeckung, dass der Film damals viel Schelte wegen seiner „platten Dialoge“ bekam. Die stammen meist wörtlich aus dem Buch, also vom Dalai Lama selber (einem Menschen, der von frühster Kindheit an in der Kunst der Argumentation und Rhetorik ausgebildet wurde) – sind also eher ein Beispiel von Verknappung, Präzisierung – und Bescheidenheit – denn von Banalität.

Was dem Film dagegen ein bischen fehlt ist das typische Scorsese-Feuer (man denke nur an seinen Jesus-Film, wo es an allen Ecken und Enden lodert und brennt), sein pausenloses Suchen, Fragen, Ausprobieren. Alles wirkt hier gedämpft durch den Filter des Respekts, den der Regisseur dem Dalai Lama und der untergehenden tibetischen Kultur entgegenbringt. Dadurch wirkt er stellenweise fast zu glatt und klar und gerät in die Nähe eines opulenten Bilderbuches in dem gut und böse erstaunlich eindeutig verteilt sind.

WERTUNG: 1

Kino: Best of 2007

Wieder ein Jahr weg.

Nachdem ich (in der Hoffnung ein DVD-Packet zu gewinnen 🙂 ) ohnehin grad meine filmischen Favoriten für 2007 zusammenstellen musste, hier auch noch mal die Liste, etwas ergänzt.

Bester Deutscher Film: Verfolgt

Bester ausländischer Film: The Namesake

Beste Regie: Clint Eastwood

Beste Komödie (Deutsch): Neues vom Wixxer

Beste Komödie (Welt): The Simpsons

Bester Action-Film: Planet Terror

Beste Doku: Full Metal Village

Bester Anime: Paprika

Beste Schauspieler: William Hurt und Forrest Whitaker

Beste Schauspielerinnen: Cate Blanchet und Helen Mirren

Schlechteste Filme: Die Prophezeiungen von Celestine und Klang der Stille

Ist das gerecht?

DVD: Play a Volta – „Elizabeth“

Eigentlich wollte ich diesen Film ja nicht ansehen.
Ich hab ihn ja schon fünf mal gesehen, kenne viele Stellen auswendig. Aber nachdem morgen der zweite Teil startet guck ich doch mal kurz rein in

Elizabeth“ von Shekhar Kapur (1998)

Aber: Das Ding hat einfach den Nicht-Abschalt-Faktor: Schon der geniale Vorspann und die erste Szene in der ein paar ketzerische Protestanten ihren Weg auf den Scheiterhaufen finden – und um mehr Holz bitten „‚cos I burn to slow“ – sind derart hypnotisch – man kann nicht aufhören zu gucken. Dann die famosen ersten Szenen von Cate Blanchett, als noch junger Königsschwester und Geoffrey Rush als Vertreter einer blutigen Aufklärung…

Einfach alles an diesem Film ist auf bombastische Weise großartig: Die Soundeffekte, die expressive Kameraarbeit, die uns aus extremer Höhe, durch Vorhänge, durch Mauerspalten schauen lässt, die unglaubliche, sakrale Musik.

Dass der Film nicht an seiner eigenen pompösen Schaulust erstickt liegt einerseits an dem Wahnsinnstempo mit dem hier vorangeprescht wird, andererseits natürlich auch an dem hervorragenden Ensemble, dass sich um Cate Blanchett als Focus und Königin versammelt hat: Fanny Ardant, Sir John Gilgud (in seiner letzten Filmrolle), Sir Richard Attenborough (mit rotem Kopf), Daniel Craig (in der Rolle die ihn als Killer-Bond qualifizierte), Vincent Cassel (als sehr „ungewöhnlicher“ französischer Prinz), Christopher Eccleston (als Oberintrigant) , aber auch all die präzise gecasteten Nebenrollen von Botschaftern und Hofdamen. Alles sitzt hier auf den Punkt.

Und dieses herrliche Englisch – man weis gar nicht welches die coolste Zeile ist:

Vielleicht Elizabeths

I do not like wars – they have uncertain outcomes

oder Walsinghams

Innocence is your most precious gift –
you loose it, you loose your soul„,

oder vielleicht doch das bizarre:

I have become a virgin “ ?

Hoffentlich kriegen die morgen die Übersetzung von Teil 2 halbwegs hin (dass sie schon im Titel aus dem ‚Goldenen Zeitalter‘ ein ‚goldenes Königreich‘ gemacht haben ist schon mal bedrohlich), hoffentlich taugt das überhaupt was. Mich gruselts ja jetzt doch etwas vor „The Golden Age“. Was wenn es einfach schlecht ist? Kann, soll man einen solch famosen Film wie „Elizabeth“ überhaupt fortsetzen?
(SPOILER: Vor allem wenn am Ende zwei drittel der wichtigen Personen Paten-mäßig abserviert wurden und die Hauptperson zur eigenen Statue erstarrt ist? SPOILER END)
Das schlimmste wäre ja, wenn die Fortsetzung so sparig ist, dass sie rückwirkend das Original versaut (wär ja nicht das erste mal).

Insofern lieber gleich schnell eine königliche
WERTUNG A
für die Königin von England.

DVD: Rückkehr nach Iwo Jima

Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima von Clint Eastwood, 2005

Viel braucht man glaub ich nicht mehr sagen über diese Kriegsfilm-Doppelpackung von Clint Eastwood. Wer’s noch nicht gesehen hat sollte beide ohnehin gucken. Ich nutze die DVD-Veröffentlichung (schicke Tin-Box, eine Extra-CD für ‚Flags‘, ein kurzes making-of für ‚letters‘) um beide hintereinander zu schauen – auch wenn meine Wand sich bei aller Größe doch als etwas zu klein erweist für die großen Schlachtenpanoramen und die Explosionen im Kopfhörer nach vier Stunden doch etwas auf die Ohren drücken. Aber das ist halt der Unterschied von Kino und provisorischem Home Cinema.

Beim gucken als ein großer Film fallen ein paar Szenen auf, wo die beiden Filme quasi miteinander sprechen – etwa in den Szenen wo die Soldaten jeweilige Radiobotschaften hören – der Gesamteindruck bleibt aber der gleiche: Wo ‚Flags‘ sich dreht und zu verstehen versucht was Heldentum sein kann ist ‚Letters‘ immer ganz im Moment, Ratio und Emotion. Gemeinsam haben beide Filme den Look und die irgendwie sanfte, entspannte Art, die alle Eastwood-Werke auszeichnet.

Wie er das macht zeigen die beiligenden Dokus ein bischen: Seine Regiearbeit ist leise und bedächtig – aber auch pragmatisch und effektiv. Er glaubt an die Magie des ersten Takes und macht selten mehr als drei Aufnahmen für eine Szene, weil „Zuviel Nachdenken macht die Überraschung kaputt“.
„Er inszeniert wie ein Jazz Musiker spielt“, meint einer der Mitarbeiter und wenn man den Score (auch aus dem Hause Eastwood) hört merkt man auch, dass Eastwoods Musik so weit weg vom üblichen Hans-Zimmer-Kriegsfilm-Bombast ist, wie seine Filme vom hurrapatriotischen Heldenkram. Und dass er mit Letters wirklich eine Grenze überschritten hat indem er die Amis den ganzen Film lang als die ‚Bösen‘ zeigt (ohne bei solch simplen dualismus stehen zu bleiben) ist wohl beispiellos in der Filmgeschichte.

Lange Rede kurzer Sinn – einfach selber gucken, vor allem ‚Letters‘, der gegenüber ‚Flags‘ einfach einen Tick eleganter erzählt und wesentlich emotionaler ist.

WERTUNG: Flags 1 / Letters A

DVD: Battle Rhymez 1780 A.D. – „Ridicule“

Ridicule“ von Patrice Leconte, 1996

Heiderzacken, was für ein geiler Film. Damals irgendwo auf den Festivals zwischen München und Berlin gesehen, seitdem nie vergessen, jetzt endlich auf DVD: ‚Ridicule‘ von Patrice Leconte – der fiese kleine Bruder von Kubricks Barry Lyndon, gekreuzt mit Kafkas Schloss:

Weil sein Grund in einem tödlichen Sumpf liegt reist der arme Landadelige Ponceludon nach Versailles um Unterstützung vom König zu bekommen. Doch am Hof herrschen gnadenlose Regeln – man muss töten oder sterben. Aber nicht mit Degen und Pistolen, sondern mit geschliffenen Worten. Wie bei einem Rap-Battle geht es darum, blitzschnelle Bonmots oder Reime auszupacken und den Gegner damit lächerlich – ridicule – zu machen.

Aber das bleibt nicht Ponceludons einziges Problem – er muss sich ausserdem zwischen einer gerissenen Gräfin (Fanny Ardant) und einer todsüßen Wissenschaftlerin (Judith Godrèche) entscheiden…

Dieser Film hat einfach alles: Schöne Frauen in sensationellen Kleidern, großartige Schauspieler, bombastische Kulissen, edle Musik, ein rituelles Pistolen-Duell und – naturgemäß – brilliante Dialoge.

Für Verwunderung sorgt allerdings die DVD-Edition. Kinowelt bringt „Ridicule“ auf 2 Scheiben. Die erste ist der normale Film. Die zweite nennt sich „Camera Mode Version“. Nie zuvor gehört, klingt aber nach Multiangle, wo man selbst die Blickrichtung wählen kann (cool noch etwas mehr von Godrèches Mörder-Dekoltée ins Bild bitte…). Allerdings entpuppt sich der Kamera Modus dann als das selbe in Grün – sprich „Ridicule“ mit Grünstich. Sinnlos.

Dafür gibt’s keine Untertitel, was aber nicht so schlimm ist, denn die deutsche Übersetzung (immerhin von Hans-Magnus Enzensberger) ist top.

Keine Frage:
WERTUNG A

DVD – Brazil reborn: „Children of Men“

So, bevors morgen den nächsten deprimierenden Dokumentarfilm gibt brauch ich doch mal eine Dosis Science Fiction. Zwar auch düster, aber wenigstens garantiert nicht echt.

Und zwar: CHILDREN OF MEN von Alfonso Cuarón, 2006

„Unterschätzt“ war das Wort, was in beinahe jeder Kritik zu diesem Film zu lesen war (der Rest mochte ihn einfach nicht) und das dieses Ding eigentlich ein paar Oskars verdient hätte. Also – mal gucken!

Der Anfang ist schon mal sehr genial: Die Company Logos kommen in vollkommener Stille auf die Leinwand. Dann ein kurzer Prolog der uns in die Welt einführt: England 2027. Gerade ist der jüngste Erdenbürger getötet worden. Er war 18. Alle Menschen sind unfruchtbar. Noch bevor unser Held Theo (Clive Owen) darüber nachdenken kann explodiert etwas. Titel. Ned schlecht.

Da die Leute durch die Unfruchtbarkeit noch irrer geworden sind als sonst herrschen überall Straßenkämpfe. England wehrt sich, indem es alle Ausländer einsperrt (toller Plan, fascist pigs.) Natürlich gibt es einen Untergrund – „The Uprising“ und angeblich auch ein Resort von Humanisten, genannt „Human Project“. Unser Held gerät zwischen alle Fronten als er für seine alte Liebe (Julianne Moore) eine Frau ausser Landes bringen soll – eine schwangere Frau.

Mehr sei hier nicht verraten, jedenfalls schafft „Children of Men“ es mit vielen Details eine Zukunftsvision irgendwo zwischen Soylent Green und Brazil zu entwerfen, die aber dennoch sehr, sehr eigenständig ist. Bis auf ein kurzes, langweiliges Intermezzo auf einer Farm mit labernden Revolluzzern gibt es eigentlich nur starke Szenen.

Der besondere Clou dabei: An all den Stellen, wo schlechtere Filme in Schnittorgien ausarten würden (Action oder dramatische Charaktermomente) fällt dieser Film in unglaublich laange Takes – aber ich war zu beschäftigt mit der Story und der Welt um wirklich drauf zu achten. Muss ich glatt noch mal separat für Technik angucken. Dass das funktioniert, ohne zum Technikspektakel zu werden ist schon erstaunlich.

Allein dafür plus das originelle Setting, das tolle Design und die großen Momente (wann hat man zuletzt King Crimson in einem Hollywood-Film gehört?) hätte „Children of Men“ eigentlich ein fuckin‘ A als Wertung verdient.

Aber, hey: Dann wäre er ja nicht mehr unterschätzt, gell?

Also:
WERTUNG: 1
Hehe.

DVD: „Kill Bill Vol.1“

Nach dem enttäuschenden „Deathproof“ heute noch mal Kill Bill 1, um zu gucken, ob ich den vielleicht überschätzt hab. Antwort: Nope. Struktur, Stunts, Schwertkämpfe, SoundFX, Kameraarbeit und natürlich die Musikauswahl – hier sitzt einfach alles. Der perfekte Actionfilm. Besser geht postmodernes Kino nicht. Wusst ich ja. Wollt ich blos noch mal nachschauen.

WERTUNG A