Kino: „Giraffe“

Wer auf die dänische Insel Lolland will braucht viel Geduld: Fast eine Stunde braucht die Fähre aus Deutschland, Ein- und Aussteigen nicht mitgerechnet. Wenn es nach der dänischen Regierung geht, soll sich das bald ändern: Ein Tunnel soll die Überquerung in schlappen 7 Minuten möglich machen. Auch sonst hat man es in Kopenhagen eilig: Obwohl in Deutschland noch keine Baugenehmigung vorliegt, fing man auf Lolland schon mal an, Menschen zu evakuieren um Platz für die Straße zu schaffen.

Dieses absurde Bauprojekt bildet den Hintergrund für „Giraffe“, den zweiten Spielfilm von Anna Sofie Hartmann. Mit seinen sehr langen, ruhigen Einstellungen und dem Verzicht auf jegliche Musik, kann er auch als Plädoyer für die Entschleunigung gesehen werden. Er erzählt von der Ethonologin Dara (Lisa Loven Kongsli), die nach Lolland kommt, um eine Bestandsaufnahme der Häuser zu machen, welche dem Tunnel weichen sollen. Dabei beginnt sie eine Affaire mit dem jungen polnischen Bauarbeiter Lucek (Jakub Gierszał), obwohl sie eigentlich in einer Beziehung ist.

Spannend: Außer den beiden Hauptdarstellern sind alle Personen in dem Film Laien, die sich in improvisierten Szenen selbst spielen. So überschreitet der Film oft auch die Grenze zur Dokumentation und erzählt uns authentisch aus dem Leben der Menschen auf Lolland.

Und die Giraffe? Die kommt diesem Film auch vor. Ganz am Anfang schaut eine in die Kamera. Danach ist keine mehr dabei. Leider.

WERTUNG: 4

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