Kino: „PJ Harvey – A dog called Money“

Wie ein Kunstwerk entsteht: Der Dokumentarfilm „A dog called money“ begleitet die Musikerin PJ Harvey bei Vorbereitung und Aufnahmen ihres Albums „The Hope Six Demolition Project“.

Seit etwa zehn Jahren arbeitet die britische Sängerin und Songschreiberin Polly Jean Harvey immer wieder mit dem irischen Filmemacher und Fotografen Seamus Murphy zusammen. Sie schrieb Songs zu seinen Bildern, er drehte Musikvideos zu ihren Liedern und gemeinsam veröffentlichten sie auch einen Bildband mit Photos und Gedichten.

In „A dog called money“ unter der Regie von Murphy geben die beiden nun Einblicke in ihren Schaffensprozess. Wir sehen wie sie auf der Suche nach Inspiration an unterschiedliche Orte fahren: In die überfüllten Städte Afghanistans, in den entvölkerten Nachkriegs-Kosovo und nach Washington DC.

Wir hören die Klänge, die sie sammelt und die Notizen, die sie sich macht. Kleine, akkurate Beobachtungen, wie die Form eines Schlüssels. Aber auch, dass in Washington die U-Bahn-Stationen so platziert sind, dass die Schwarzen aus den ärmeren Vierteln möglichst selten zu den Zentren der Macht auf der anderen Seite des Flusses fahren können.

Schließlich werden all diese Eindrücke zurück in England in (verdammt großartige) Musik umgearbeitet. Dass dies in einem ‚gläsernen‘ Studio geschieht, in das die Leute hineingucken können wie in ein Aquarium, erweist sich als unnötiger Schörkel ohne Erkenntnisgewinn für uns Zuschauer, weil wir nicht wissen welchen Einfluss das auf die Musik hatte.

Sehr schön ist dagegen, wie der Film den möglichen Vorwurf von „Elends-Tourismus“ westlicher Popstars kontert, indem er zeigt, wie PJ Harvey zumindest den Schwarzen in Washington etwas zurückgibt – in Form eines Songs, den diese als Protesthymne für den Erhalt ihres Viertels verwenden können. Sehens- und hörenswert!

WERTUNG 2

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