Kino: „Mamacita“

Mamacita hat immer recht: „Die Pfanne läuft nicht über“, sagt die fast Hundertjährige und wer widerspricht wird übel beschimpft – auch wenn die Soße schon vom Herd runtertropft. „Ich bin schön“, sagt Mamacita auch, obwohl sie aussieht wie ein Skeksis aus dem ‚Dunklen Kristall‘.

Für den jungen Filmstudenten José Pablo Estrada Torrescano war seine Großmutter schon immer eine Figur, die er mit einer Mischung aus Angst und Bewunderung beobachtet hat. Immerhin hatte die resolute Dame es geschafft in Mexico zu einer Ikone der Schönheit zu werden und mit eigenen Beauty-Farmen richtig viel Geld zu verdienen. Glücklich hat es sie nicht gemacht.

Ihre acht Töchter – und zwei Dutzend Enkel – waren Staffage und wurden wie Personal herumkommandiert. So musste José vor dem Filmstudium in Deutschland versprechen, heimzukommen und eine Doku über „Mamacita“ zu drehen. Das macht er auch – allerdings mit eigenen Hintergedanken: Er will herausfinden, woher der Fluch der Lieblosigkeit kommt, der über seiner Familie liegt.

Es beginnt eine kafkaeske Reise in das Schloss der alten Dame und bald merkt José, dass er mit den normalen Möglichkeiten des Dokumentarfilms – beobachten, Fragen stellen – nicht weit kommt. Darum trifft er eine radikale Entscheidung…

Ein mutiger, aber auch sehr bitterer Film, der nach dem Abspann noch eine Pointe bereit hält, die je nach Betrachtung als versöhnlich oder grausam empfunden werden kann.
Respekt, für den Mut des jungen Filmemachers – aber zweimal würde ich das nicht gucken.

WERTUNG 2

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