Kino: „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“

Der 20-jährige Kleinganove Mathieu Malinski (Jules Benchetrit) aus der Pariser Vorstadt kann einfach an keinem Klavier vorbeigehen. Selbst als er mit seinen Kumpels in eine Villa einbricht bleibt er versonnen am Flügel hocken – und wird prompt geschnappt.

Doch überraschenderweise bietet ihm Pierre Geithner (Lambert Wilson), Lehrer am Pariser Konservatorium, einen Deal an: Klavier statt Knast. Er glaubt in Malinski ein Jahrhundert-Talent entdeckt zu haben – und genau ein solches braucht er, um seine marode Schule wieder in ein positives Licht zu rücken.

Nur widerwillig geht Mathieu zu den Stunden bei der „Gräfin“ (Kristin Scott Thomas), der strengsten und besten Lehrerin der Schule, die ihm erst mal erklären muss, was die seltsamen italienischen Wörter über den Noten bedeuten. Die Zeit drängt, denn Geithner hat Mathieu zu einem internationalen Wettbewerb angemeldet – so dass in sechs Monaten aus dem Straßenjungen ein perfekter Pianist werden muss…

Was ausgerechnet diesen, doch recht faulen Pianisten so viel besser macht als seine Mitschüler, vermag der Film nicht glaubwürdig zu vermitteln. Auch sonst hakt die Story an vielen Punkten. Man hat den Eindruck, als hätte Regisseur Ludovic Bernard für „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“ einfach das Drehbuch von „Good Will Hunting“ genommen und Mathematik durch Musik ersetzt. Dabei blieben aber die Warmherzigkeit und der Tiefgang des Originals auf der Strecke. Zu platt sind die Dialoge, zu fad die Charaktere, zu groß der Leerlauf. Einzig Kristin Scott Thomas verleiht dem Geschehen etwas Witz und Würde.

WERTUNG: 5

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