Can´t start a fire without a Spock: Discovery Staffel 2

Die erste Staffel von „Star Trek Discovery“ war ein zwiespältiges Vergnügen: Tolle Optik, guter Cast, aber auch viel Düsternis und Krieg. Zudem schien jeder Autor sein ganz eigenes Süppchen zu kochen: Manche wollten ernste Stories über Posttraumatischen Stress erzählen, andere Spaß mit dem Spiegeluniversum und Zeitreisen haben. Wieder anderen war es völlig egal worum es ging. Hauptsache es wurde ganz viel Klingonisch gesprochen.

Für die zweite Staffel haben sich die Autoren die Kritik der Fans spürbar zu Herzen genommen und präsentieren in den 14 Folgen viele klassische Trek-Abenteuer der Begegnung mit dem Unbekannten. Eingebettet ist das ganze wieder in eine durchgehende Rahmenhandlung:

Kurz nach dem Ende des Krieges mit den Klingonen stößt die „Discovery“ auf etwas merkwürdiges: An unterschiedlichen Punkten der Galaxis tauchen plötzlich Leuchtsignale unbekannter Herkunft auf. Bei den Nachforschungen begegnet die Crew dem geheimnisvollen „Red Angel“. Diese schemenhafte Gestalt scheint in ganz besonderer Verbindung zu einem der prominentesten Mitglieder der Sternenflotte zu stehen: Mr. Spock, der sich zur Zeit aber an einem sehr ungewöhnlichen Ort befindet….

 

Mit Pike, Spock, Number One und natürlich der Enterprise in Action wird der klassichen Serie viel Tribut gezollt. Sogar im amerikansichen Starttermin am 17. Januar steckt eine Hommage. Auch sonst werden viele Dinge bereingt: Die Leute auf der Brücke bekommen endlich Namen und die Unstimmigkeiten mit der Classic-Serie (Warum haben die Klingonen keine langen Haare? Warum hat die Enterprise Hologramme? Und vor allem: Warum haben wir in all den Jahren noch nie etwas von Spocks ‚Schwester‘ Michael gehört?) werden witzig erklärt. Mehr kann man sich hier nicht wünschen.


Natürlich gibt es auch hier Gurkenfolgen, die sich ewig in die Länge ziehen („The Red Angel“, ausgerechnet!)
Zudem scheinen die Autoren noch nie etwas von Subtext gehört zu haben: Jede Figur spricht ihre Gefühle immer 1:1 aus. Hier könnte man den Darstellern ruhig noch mehr zutrauen. Insgesammt aber eine große Steigerung, die viel für die Zukunft verspricht.

Here be spoilers

Mit dem Rätsel um die Identität des Red Angels hat die Serie einen starken Focus

Ich hatte erwartet, dass es Spock ist.
Gehofft, dass es Picard ist.
Gefürchtet, dass es Michael Burnham ist.

Die Auflösung war unerwartet, aber letztlich gelungen.

Wenn der Titel nicht schon vergeben wäre, hätte diese Staffel auch „The search for Spock“ heißen können. Geschickt bauen die Autoren die Spannung auf, bis der berühmte Vulkanier endlich auf der Brücke steht. Und Ethan Pecks Spock ist die Wartezeit wert. Ich mochte den Bart und die tiefe Stimme. Obwohl er stets ruhig agiert spürt man deutlich wie unter der Oberfläche der Konflikt zwischen Logik und Emotion tobt.

Ebenfalls sehr leise in den Mitteln – und sehr stark in der Wirkung – ist Anson Mount. Sein Pike ist ein toller, klassischer Captain. Dass er im Laufe der Folgen einen Einblick in seine traurige Zukunft bekommt (die wir aus der klassischen Kirk-Serie schon kennen), gibt der Figur Tiefe und Tragik. Als er sich in der vorletzten Folge von der Crew verabschiedet hatte ich wirklich den Impuls ebenfalls aufzustehen um diesem Captain den letzten Salut zu geben.

Auch die Folgen um Saru fand ich Klasse, wobei es mir hier etwas zu schnell ging. Wenn wir diesen Typen noch länger als ängstlich erlebt hätten wäre seine Wandlung spektakulärer gewesen.

Was für mich dagegen gar nicht funktioniert ist „Section 31“. Michelle Yeoh ist als Edle Heldin unschlagbar. Als grinsende Schurkin im 80er-Jahre-Billy-Idol-Fanclub-Outfit dagegen eine Fehlbesetzung. Und endlose Sterbeszenen von Menschen, die man entweder in der selben Folge erst kennengelernt hat oder die dann erwartungsgemäß doch nicht sterben sind seit Game of Thrones nicht mehr zeitgemäß

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