Gesehen: „Der Mann, der Weihnachten erfand“

Die Geister, die er rief: Der biografische Film „Der Mann, der Weihnachten erfand“ beschreibt das Leben des Schriftstellers Charles Dickens und die Entstehung seiner berühmten „Weihnachtsgeschichte“.

Charles Dickens (Dan Stevens) schreibt um sein Leben. Es ist der Herbst des Jahres 1843 und er braucht dringend Inspiration. Denn alles was er nach seinem gefeierten Debütroman „Oliver Twist“ schrieb, blieb wie Blei in den Regalen der Buchhandlungen liegen – dekoriert mit schlechten Kritiken. Und das große Haus in London nagt beständig an den Finanzvorräten des 31-jährigen. Ganz zu schweigen von seiner Familie mit den vier Kindern, denen bald ein fünftes folgen wird. Und dann steht plötzlich auch noch sein Vater (Jonathan Pryce) vor der Tür und will Geld. Nun kann nur noch ein Bestseller helfen – und so stellt sich Dickens der Herausforderung in nur sechs Wochen bis zum 25. Dezember nicht nur eine moderne Weihnachtsgeschichte zu schreiben, sondern diese auch noch drucken und mit Zeichnungen versehen zu lassen.

Zum Glück hat er neben der Unterstützung durch Seine Ehefrau Kate (Morfydd Clark) auch noch Inspiration durch das Kindermädchen Tara (Anna Murphy). Deren Spukgeschichten aus ihrer irischen Heimat setzen Dickens schließlich auf eine ungewöhnliche, aber erfolgversprechende Fährte: Eine Weihnachtsgeschichte mit Geistern!

Nach ersten tastenden Versuchen beginnen die Romanfiguren schließlich lebendig zu werden, was die Sache auch nicht leichter macht: Der geizige Ebenezer Scrooge (Christopher Plummer) knurrt Dickens bei jeder Zeile ein „Humbug!“ ins Ohr oder krittelt an den bereits geschriebenen Passagen herum. Wenn aus diesem Chaos noch etwas sinnvolles entstehen soll, muss Dickens weiter gehen als je zuvor – und sich seinen ganz eigenen Geistern stellen…

Der Mann, der Weihnachten erfand“ wirft uns mitten hinein in ein liebevoll nachgebautes viktorianisches London und in die Vorstellungswelt von Charles Dickens. Der hatte tatsächlich die Angewohnheit, mit seinen Romanfiguren Gespräche zu führen – sagt zumindest Dickens-Biograf Les Standiford.

Dessen Buch war die Vorlage aus der Regisseur Bharat Nalluri einen temporeichen Film machte. Dieser wechselt stets geschickt zwischen humorigen, rührenden und nachdenklichen Passagen. Dazu kann er sich auf ein starkes Ensemble verlassen:

Dan Stevens („Die Schöne und das Biest“) gibt Dickens als liebevollen und sympathischen Typen, dem man den Erfolg gerne gönnt. Und mit Christopher Plummer und Jonathan Pryce hat er zwei großartige Altstars an der Seite, die dem Film eine Extraportion Würde und einen Hauch Shakespeare verleihen.

Selbst wer Dickens „Weihnachtsgeschichte“ (oder eine ihrer über 30 Verfilmungen) nicht kennt, kann hier viel Freude haben. Selten wurde der kreative Prozess des Schreibens, so anschaulich gezeigt. Dickens ringt physisch mit seinen Figuren, turnt durch die Wohnung, schreit und diskutiert. Unterstützt wird das alles durch ein starkes Sound-Design und die Musik von Mychael Danna. Diese wechselt geschickt zwischen Anklängen an zeitgenössische Orchesterstücke und modernem Soundtrack.

WERTUNG: 1

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