Im Test: Netflix

Anfang des Jahres hatten wir uns den kostenlosen Probemonat Netflix gegönnt, um „Star Trek: Discovery“ sehen zu können. Hier mein Eindruck:

Die Technik:
Das Auswahlfenster mit der rießigen Werbung oben und den einzelnen Genre-Spalten (z.B. Action, Comödie) ist eher umständlich und unübersichtlich. Zwar kann man auch direkt nach Filmen suchen, kriegt dann aber gleich ein Dutzend ‚ähnliche‘ angezeigt – auch wenn es den gesuchten gar nicht gibt. Hier wären präzisere Einstellungen besser.
Dafür starten die Filme meist sofort und problemlos, nur ab und zu war die Auflösung zu pixelig, was aber durch Neustart zu beheben war.

Die Extras:
Bonus Material wie man es von DVDs kennt gibt es leider nicht. Zu manchen Serien gibt es zwar Making-Of-Serien (!), aber zumindest im Fall von „Discovery“ entpuppte sich die als grauenvolle Talkshow mit pseudolustigem Moderator.

Die Spracheinstellungen:
Jeder Film lässt sich frei nach Untertiteln und gesprochener Sprache konfiguriren, wobei die Auswahl mal größer mal kleiner ist. Deutsche Untertitel sind praktisch immer dabei. Klingonische nur sehr selten. Leider merkt sich Netflix immer die zuletzt genutzte Einstellung – schöner wäre es, am Startbildschirm ein Menü zu haben.

Die Spielfilme:
Die Auswahl ist groß und es werden auch einige Nischen abgedeckt, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf US-Mainstream. Filmkunst wie Jarmusch oder Fassbinder wird man vergebens suchen und selbst von Clint Eastwood haben sie nur einen einzigen Film („In the Line of Fire“). Dafür gibt es das Gesamtwerk von Terrence Hill und Bud Spencer. Und auch von dem was sie haben, ist die Auswahl oft nicht nachvollziehbar: Von Peter Jackson Mittelerde-Sechsteiler haben sie nur Teil 3 – Battle of the five armies, von „Star Wars“ alles – außer Episode IV! Sehr seltsam.

Die Serien:
Hier spielt Netflix in seiner eigenen Liga mit jeder Menge internationaler Eigenproduktionen. Auch hier herrscht eine gewisse Unübersichtlichkeit. Regelmäßig kommen Serien hinzu oder verschwinden wieder ohne Warnung. Von manchen gibt es ein dutzend Staffeln, von anderen nur eine Auswahl. Auch hier wäre mehr Übersicht gut, ohne auf externe Seiten ausweichen zu müssen.

Der Preis:
Für den Preis der Kinokarte für eine Person kann man in der kleinsten Version ein Monat lang alles gucken war man will. Fair.

Fazit:
Netflix ist aktuell ein bischen wie die Wühlkiste im Kaufhaus: Viel drinn, aber auch viel Kram. Zum reinschnuppern in Serien, die man ohnehin schon immer sehen wollte eignet es sich perfekt und ab und zu stösst man auch auf unerwartete Perlen. Für Filmfans kurzfristig eine gute Ergänzung zur DVD-Sammlung, aber keine langfristige Alternative.

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