Kino: „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“

Lokomotivfahrt durch den Freizeitpark: Die Realverfilmung von „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“ bietet viele Schauwerte – bleibt aber weitgehend auf bekannten Gleisen.

Gibt es eigentlich irgendjemand in Deutschland, dem „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“ noch vorgestellt werden müssen? Schließlich sind ganze Generationen mit der Verfilmung durch die „Augsburger Puppenkiste“ aufgewachsen. Und ältere Semester mögen sich erinnern, dass Michael Endes gleichnamiges Roman-Debüt 1960 die Wiedergeburt der Fantasy in Deutschland auslöste – aber auch eine Diskussion darüber, ob solch romantisch-märchenhafte Geschichten nicht weltferner Eskapismus seien.

Einen Hauch von beidem – dem großem Abenteuer und der kleinen Flucht – spürt man auch in Dennis Gansels neuer Realverfilmung, die sich sehr eng an die Vorlagen hält: Aufgrund einer Verwechslung der Post landet der junge Jim Knopf (Solomon Gordon) auf der Insel Lummerland und wird vom Lokführer Lukas (Henning Baum) aufgezogen. Da die Insel mit fünf Leuten aber als überbevölkert gilt, entscheidet König Alfons (Uwe Ochsenknecht), dass einer der beiden gehen muss. Dass lassen Lukas und Jim sich nicht gefallen und gehen zusammen auf eine Reise, die sie zu immer gefährlicheren Abenteuern führt – bis hin ins Land der Drachen…

Natürlich setzen die Macher auf eine zeitgemäße Präsentation: Digitale Kreaturen und Landschaften, wuchtiger Soundtrack, inklusive einer Orchester-Version des bekannten Lummerland-Themas. Auch die Besetzung ist erste Sahne: Milan Peschel als Scheinriese Tur Tur, Bully Herbig als Sprecher des Drachens Nepomuk oder Rick Kavanian als sämtliche Piraten der wilden 13. Das müsste eigentlich funktionieren! Tut es aber leider nicht. Glatt wie auf den Schienen eines Freizeitparks rollt die Lokomotive Emma von Szene zu Szene, ohne dass sich groß Spannung oder Freude einstellt. Viele Elemente des Films stehen unverbunden nebeneinander – so ist bei Dialogen meist nur die Person zu sehen, die gerade spricht. Was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass der englische Hauptdarsteller nachsynchronisiert wurde. Eine Chemie zwischen den Personen entsteht so nicht. Sorry, Jim, aber da haben wir aktuell doch weit bessere Kinderfilme, wie etwa die „Oskar & Rico“-Reihe.

Ach ja, auch wenns pingelig und nerdig sein sollte: Ein Scheinriese, der parallel zur Kamera läuft wird NICHT KLEINER. Er bleibt gleich groß. Und wenn er weit entfernt steht ist er nicht KLEIN sondern GROSS!!!
Ok. Das war wirklich pingelig. Und nerdig.
Aber das hier ist ein nerdiger Blog.
Und Pingelig.

WERTUNG: 3

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