Kino: „Über Leben in Demmin“

An den meisten Tagen ist Demmin eine unscheinbare kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern – doch Anfang Mai wird sie von Menschen überschwemmt: Neonazis, Linke und Polizei füllen die Straßen. Der Anlass ist ein trauriger, denn in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges kam es in Demmin zu einem Massen-Selbstmord der Bevölkerung. Frauen und Kinder ertränkten sich selbst im Fluß aus Angst vor den russischen Soldaten, welche sich der Stadt näherten. Von der DDR-Regierung wurde das traumatische Erlebnis totgeschwiegen und auch heute spaltet es noch die Generation der Enkel.

Dokumentarfilmer Martin Farkas besuchte die Stadt im Laufe von drei Jahren immer wieder um in vielen Gesprächen herauszufinden, wie man mit so etwas fertig wird.

Leider merkt man dem Film an allen Ecken an, dass der gelernte Kameramann Farkas als Journalist nicht viel Erfahrung besitzt. Die Interviews verlieren sich oft im anekdotischen, seine Fragen aus dem Off wirken ungelenk und oft wird dem schönen Bild der Vorzug vor dem Inhalt gegeben: So wird viel Zeit einem Bäcker eingeräumt, der zum Thema nichts zu sagen hat – aber von Kopf bis Fuß tätowiert ist. Am Ende bleibt das tragische Gefühl, dass hier ein wirklich großes Thema unnötig verschenkt wurde.

WERTUNG: 4

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