Kino: „Maleika“

Wir haben oft hinter der Kamera geweint“ – Regisseur Matto Barfuss erzählte im Cinecitta über die Entstehung seiner Geparden-Doku „Maleika“.

In dramatischer Zeitlupe rennt die Gepardin Maleika über die Leinwand, ihre Beute fest im Blick – die sie dann mit einem donnernden Krach zu Boden wirft. Interessiert beobachtet von ihren fünf Kindern.

Vier Jahre lang begleitete Dokumentarfilmer Matto Barfuss die Gepardenmutter und ihren Nachwuchs durch die Steppe und zeigte, wie aus tapsigen Katzenkindern gefährliche Jäger werden. Und das aus nächster Nähe:

Der Mensch sieht für die Raubkatzen nicht wie Beute aus“, erzählt Barfuss im Cinecitta. „Deshalb kann er – wenn er keine Angst zeigt – auch sehr nahe herangehen.“ Dass das funktioniert bewies Barfuss bereits 1998, als er über Monate mit einer Gepardenfamilie lebte: „Das hat mich tief geprägt! Deshalb ist ‚Maleika‘ für mich auch nicht nur ein Film, sondern Teil meines Engagements für den Schutz der Raubkatzen – ein echtes Herzensprojekt!“

Da wundert es auch nicht, dass es in dem Film oft gewaltig menschelt: Die Off-Stimme erzählt von der Angst, dem Stolz und der Freude der Gepardin. In der englischen Version sprechen verschiedene Schauspieler die ‚Stimmen‘ der Tiere: „Ich glaube ich kann mir das erlauben“, meint Barfuss. „Denn nach so langer Zeit konnte ich wirklich ihre Gefühle an der Haltung des Kopfes oder Schweifs erkennen. Zudem sind die Fakten über Großkatzen ja bekannt. Jetzt ist es wichtig eine emotionale Bindung zu den Tieren herzustellen.“

Die gab es beim Dreh auf jeden Fall: „Wir haben oft hinter der Kamera gelacht – aber auch geweint. Etwa als Maleika sich gefährlich verletzte oder als eines ihrer Kinder den Kampf mit einem Krokodil verlor! In solchen Momenten wollte ich am liebsten eingreifen und helfen, aber das verbietet natürlich der ethische Grundsatz aller Tier-Dokumentarfilmer: Regie führt die Natur! Und die sorgt in der Summe immer für ein Gleichgewicht.“

250 Stunden Film hat er gedreht und auch dabei darauf geachtet, möglichst wenig Spuren in der Natur zu hinterlassen: „Die BBC kommt da gern mit zehn Kameras – ich hatte eine. Das war viel Arbeit! Mein normaler Tag begann um 4.30 Uhr, dann galt es Maleika zu finden und von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mit ihr zu drehen.“

So entstand ein Film, der ein gefühlvolles Plädoyer für den Schutz der Wildkatzen ist: „Raubtiere kann man nicht im Zoo erhalten, da sie die Wildnis brauchen um das zu lernen, was sie zum überleben benötigen.“

WERTUNG: 3
Ich fand’s gut, dass der Regisseur persönlich dabei war. Der Film alleine setzt für meinen Geschmack zu sehr auf ‚gemachte‘ Emotion. Und auch wenn ich seine Faszination für die Jagd nicht teilen kann (gefühlte 80% des Films bestehen aus Beutejagd), respektiere ich doch sein Anliegen und sein Engagement.

 

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