Gesehen: Bladerunner 2049

Ach, Bladerunner. Auch 35 Jahre später bist Du noch voller Geheimnisse:
Träumen Androiden von klavierspielenden Einhörnern?
Was sind „C-Beams nahe dem Tannhäuser Tor“?
Und natürlich: Ist die Hauptfigur ein Mensch? (Ford: ‚Ja!‘, Scott: ‚Nein!‘)

Das schlimmste, was die Fortsetzung „Bladerunner 2049“ machen könnte, wäre diese Fragen banal zu beantworten (siehe: „2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen“).
Das zweitschlimmste wäre, wenn der Film uninspirierter Action-Quatsch wäre, der nur den großen Namen zu Werbezwecken nutzt(siehe: Alien: Prometheus).

Dann wollen wir mal sehen:

Schon nach den ersten paar Minuten ist klar, dass BR49 zumindest kein kommerzieller Schnellschuss ist. Regisseur Denis Villeneuve legt einen ruhigen und kantigen Film vor, der sich dem Publikum nicht anbiedert und auch das Original nicht kopiert.

Wir begleiten den neuen Bladerunner K bei seiner Suche nach alten Replikanten und tauchen dabei in eine Zukunftswelt ein, in der die Umwelt in den Städten nach einem digitalen „Black Out“ ebenso lebensfeindlich scheint, wie im zerstörten Umland.

Ryan Gosling ist ein sympathischer neuer Bladerunner und die Beziehung mit seiner Hologramm-Frau ist einer der Höhepunkte des Films. Überhaupt sind die Schauspieler gut ausgesucht und es sind vor allem die Dialog-Szenen die überzeugen. Auch die Bilder – von Meisterkameramann Roger Deakins sind wieder einmal superb. (Er empfiehlt übrigens die 2D-Version, in welcher der Film auch gedreht wurde).

Was dagegen etwas suckt ist das Tempo: Die Handlung wirkt sehr gestreckt. Bis Harrison Ford auftaucht vergehen fast zwei Stunden und auch wenn er dann da ist macht er nicht viel. Zudem fand ich es schade, dass der Film den geschlossenen Kosmos der Regenstadt verlässt und eine recht willkürlich zusammengewürfelte Außenwelt vorstellt, die aussieht wie Level eines Computerspiels. Gerade das Gefühl des Eingeschlossenseins in der Stadt (und der sekundenlange Ausbruch) hatten dem ersten Bladerunner eine Stärke gegeben.

Insgesamt eine mutige und eigenständige, wenn auch reichlich gedehnte Fortsetzung, die dem Mythos von Bladerunner nicht schadet. Ihm aber auch nichts wesentliches hinzuzufügen hat.

WERTUNG: 2

 

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