In Memorian: Kurt Keerl

Die Wirklichkeit abzubilden ist die Aufgabe eines Dokumentarfilmers. Doch wie geht das? Verändern wir die Wirklichkeit nicht schon dadurch, dass wir unsere Lichter aufstellen und Stühle verrücken? Oder bereits dadurch, dass wir überhaupt mit unseren Kameras auftauchen? Was ist zu tun um das echte Leben einzufangen?

Solche Fragen stellte sich Kurt Keerl, Mitbegründer der Medienwerkstatt Franken und Urgestein der Nürnberger Dokumentarfilmszene. Die Antworten gab er 35 Jahre lang ganz praktisch in unzähligen Dokus, die er selbst als Redakteur betreute.

In diesem Sommer machten wir ein gemeinsames Projekt: Die Doku „10 Jahre Familienmagazin Famos“. Und so oft es ging war Kurt live mit beim Dreh dabei – was für Geschäftsführer nicht gerade selbstverständlich ist.

Mehr noch: Die Fotos, die ich an den Drehtagen machte, zeigen Kurt ausnahmslos bei Arbeiten, die andere Chefs eher ihren Praktikanten aufgedrückt hätten: Mikros hinknipsen, als Licht-Double rumsitzen, das ‚Weiß‘ in die Kamera halten:

MW2.JPG

Eigentlich sollte dieser Film das erste gemeinsame Projekt sein – das nächste war schon in Planung. Niemand hat damit gerechnet, dass es auch das letzte sein würde. Ich bin sehr froh und stolz, die Zeit mit ihm erlebt zu haben. In meinem Alter treffe ich nur selten neue Vorbilder. Kurt war eins.

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