Gelesen: „Gardens of the Moon“ von Steven Erikson

Auf der Suche nach etwas, was die Wartezeit auf die „Game of Thrones“-Fortsetzungen verkürzt, bin ich auf Steve Eriksons „Malazan Book of the Fallen“ (auf Deutsch: „Spiel der Götter“) gestoßen. Es gilt als eines der besten – aber auch schwer zugänglichsten Fantasy-Epen.

Und tatsächlich ist der erste Band eine ziemliche Kopfnuss. Kurz gesagt, geht es um das Malazanische Imperium, welches den Nachbarkontinent mit Schwert und Magie angreift. Kompliziert wird es dadurch, dass es sowohl innerhalb des Imperiums, als auch in den „Freien Städten“, die sich ihm entgegenstellen, viele Personen und Fraktionen gibt, die jeweils ganz eigene Interessen verfolgen. Dazu kommen verschiedene legendäre Ältere Rassen, Gestaltwandler, Drachen, schlafende Götter…

Ehrlich gesagt, hab ich das Buch vier mal angefangen, um halbwegs durchzublicken. Anders als bei Tolkien oder Martin gibt es nämlich keinen kleinen Hobbit oder Stark-Nachwuchs, der die Welt mit uns zusammen vom Rand her entdeckt. Stattdessen werden wir mitten rein geworfen in eine Welt, welche Autor Erikson und sein Kumpel I.C.Esselmont über Jahre als Pen-and-Paper-Rollenspiel entwickelt haben. Erikson kennt sich also in Malazan so gut aus, dass er es nicht für nötig hält, irgendwas zu erklären. Weis doch jeder was ein ‚Ascendant‘ ist, oder ein ‚Denul Warren‘ – gell?

(Die Warrens hab ich jetzt am Ende halbwegs begriffen. Was einen ‚Ascendant‘ von einem ‚God‘ unterscheidet und was die titelgebenden Mondgärten sind weis ich immer noch ned).

Definitiv also ein Buch für Leute die gerne lesen, grübeln, im Glossar nachschlagen, weiterlesen, grübeln und noch mal von vorne lesen. Denn ja: Die Serie scheint es wert zu sein. Die Charaktere sind teils flach, teils sehr sympathisch und die Welt ist auf jeden Fall reich und spannend.

Übrigens: Ähnlich wie beim ‚Song of Ice and Fire‘ kann man hier immens viel Kohle sparen, wenn man die Bücher auf Englisch liest. Denn im Deutschen wurden sie wieder mal geteilt: Ein englisches Buch (ca. 8 €) gibts als zwei Deutsche für je 15€… Wobei die Sprache recht anspruchsvoll ist. Wörter wie accoutrements oder conflagration sind da keine Seltenheit. Und dann ist da noch Kruppe. Seine Kapitel sind… wirklich Kapitel für sich.

Fazit: Wer leichte Kost mag sollte woanders suchen (Brandon Sanderson! Schnelle Lektüre mit viel Spaß!) Wer aber die „Dune“-Romane (ein Vorbild für Erikson) mag kann bei „Malazan“ einen Blick riskieren. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s