Kino: „Ghost in the shell“ (2017)

Eine Real-Version meines Lieblings-Animes?
Und dann auch noch aus Hollywood?
Hoffentlich wird das keine 08/15-Actiongurke, die nur den berühmten Namen als Aushängeschild trägt. Also etwas besorgt ins Kino in den neuen „GHOST IN THE SHELL“.

Die Story ist einfach: In naher Zukunft sorgt „Sektion 9“ in Hong Kong für Recht und Ordnung. Als ein mysteriöser Hacker namens Kuze angreift werden der Major (Scarlett Johannson) und ihr Team aktiv…

Ok, die hochkomplexe politische Story und die geheimnisvolle Aura des ursprünglichen „Ghost in the shell“ wird man in dieser Version vergeblich suchen. Hier wurde ein geradlinig amerikanischer Ghost in die japanische Shell verpflanzt, der dem Zuschauer jedes Fitzelchen wortreich erklärt.

Aber ansonsten ist hier vieles stimmig und richtig. Die Darsteller und die Optik sind verdammt nah am Anime-Look.  Auch der langsame, kontemplative Rhythmus ist gleich.  Zudem gibt es viele schöne Insider-Referenzen: Beat Takeshi alsstets japnaisch sprechender Chef, Oshiis Bassett-Hunde und die Original-Titelmelodie im Abspann.

Dass die Hauptrolle nicht von einer Japanerin gespielt wird (worüber sich im Vorfeld viele beschwerten) spielt für mich keine Rolle. Johannson fits the part. Auch Mamoru Oshii – Regisseur des Originals – gab der Entscheidung seinen Segen: „Sonst dürfte Darth Vader ja auch nicht English sprechen.“

Für mich, als ausgesprochenen Fan des Animes, ist dieser Film trotzdem schwer zu gucken. Dass liegt daran, dass er einerseits kein Remake ist, sondern eine eigenständige Geschichte erzählen will – andererseits aber immer wieder einzelne Bilder und sogar ganze Szenen aus dem Anime 1:1 kopiert. So kann ich mich weder über die Realumsetzung des bekannten freuen, da die immer wieder durch arg platte ‚fremde‘ Szenen unterbrochen wird – noch den Film als wirklich neu und für sich stehend genießen.Dennoch ist diese Version eine schöne Einführung in die Welt und die Figuren von GITS. Für Einsteiger ist sie genau richtig und macht sicher Lust darauf, die Anime-Filme oder die Stand-Alone-Complex-Serien kennenzulernen.

Und ein Detail  macht dieser Film sogar besser! Dass hier erklärt wird, wie Batou zu seinen Augen kam ist ein netter Kniff, der den ohnehin sympathischen Charakter noch liebenswerter macht.

Also eine WERTUNG 2 für dieses Semi-Remake.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s