Gesehen: „Star Wars – Rouge One“

Origineller Rückblick oder schnelle Geldmaschine? Die Erwartungen an „Rouge One“, den ersten eigenständigen Film der „Star Wars“-Reihe waren gemischt. Mal sehen, ob die Macht mit den Neulingen ist.
„Es war einmal, in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ steht in blauer Schrift auf der Leinwand. Und nach sieben Episoden weiß jeder  was jetzt kommt: Fanfare, Gelbe Laufschrift, Sterne, Raumschiffe, Peng, Peng.
Aber Pustekuchen! „Rouge One“ schickt uns ohne gelbe Schrift direkt – in eine Dialogszene! Kaum vorstellbar welche Wirkung dieser scheinbar simple Konventionsbruch hat: Noch nie fühlte sich „Star Wars“ so frei  und offen an.
Und das obwohl wir das Ergebnis dieser Geschichte eigentlich schon kennen. Denn „Rouge One“ spielt vor Episode IV: Darth Vader lebt, ist  böse und der erste Todesstern ist gerade im Bau.
Doch einer seiner Ingenieure (Mads Mikkelsen) weigert sich an der Waffe mitzuarbeiten – und als man ihn schließlich dazu zwingt baut er eine Schwachstelle ein. Einen wunden Punkt  an dem man das ganze Ding  mit einem gezielten Treffer vernichten kann. Doch es bleibt seiner Tochter Jen (Felicity Jones) überlassen, diese Information zu den Rebellen zu bringen. Zum Glück findet sie Hilfe in einer bunten Truppe von Gefährten…

Versuchte die letztjährige Epsiode noch mit allen Mitteln Charme und Look der alten Trilogie wiederzubleben geht „Rouge One“ neue Wege: Keine lustigen Digitalmonster, keine albernen Wischblenden und keine Gewissheit ob es überhaupt Raumschlachten oder Lichtsäbelduelle gibt. „Rouge One“ macht vieles neu – und fast alles richtig.

Zum Beispiel die neuen Charaktere wie den Roboter „K2“  oder den  blinden Samurai Imwe (Donnie Yen) – eine schöne Verbeugung vor den asiatischen  Schwertkunstfilmen, die George Lucas vor Jahren zu seiner Trilogie inspirierten. Dazu kommt die digitale Wiederbelebung von Schauspielern aus der alten Trilogie. Das hätte alles auch schrecklich schief gehen können, funktioniert hier aber blendend. (Mal abgesehen von der seltsamen Synchronstimme von Forrest Whittaker).

Inzwischen habe ich wirklich das Gefühl, dass der Wechsel zum Mäuse-Imperium das Beste war, was dem Franchise passieren konnte. Weil jetzt die Filme von Leuten inzeniert werden, die selbst mit Star Wars aufgewachsen sind und für die die Arbeit an der Serie so etwas wie der Umgang mit dem heiligen Gral der Popkultur ist.

Regisseur Gareth Edwards zeigte  schon mit seiner „Godzilla“-Version von 2014 dass er Filme machen kann, die sowohl das Nerd-Publikum, das seit Jahren in diesen Welten zu Hause ist, als auch Gelegenheitsgucker zu erreichen. Das selbe Kunststück gelingt ihm mit „Rouge One“ erneut:
Wer mit dem „Star Wars“-Universum aufgewachsen ist wird viele liebevolle Details und stimmige Anspielungen auf die alten Filme finden – und wer neu dazu kommt findet mit diesem Film einen weit gelungenern Einstieg als mit den gurkigen Episoden I-III.
Fazit: Genau so muss ein Star Wars – Prequel sein.
WERTUNG: 1

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