Serie: „Sherlock“ vs. „Elementary“

In der Serienrubrik heute etwas besonderes: Die beiden aktuellen Holmes-TV-Reihen im Test!

Sherlock
Seit 2010, aktuell 10 Folgen

Story
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. Watson (Martin Freeman) lösen Fälle im London der Gegenwart.

Stimmung:
„Sherlock“ ist düster, sexy und modern. Die Folgen sind schnell geschnitten, haben brilliante Dialoge und ein Schauspielerduo, welches die beiden Hauptfiguren sehr gut in die Gegenwart übersetzt – mit all ihren Macken. Neben der Rätselei ist auch einiges an Action und stylischen Schauplätzen geboten.

Schauempfehlung
Mit 10 Folgen in Spielfilmlänge ist „Sherlock“ keine typische Serie, eher eine Filmreihe, bei der die einzelnen Folgen aber nahtlos (zum Teil mit Cliffhanger) aneinander anschließen. Sollte man deshalb unbedingt der Reihe nach und vollständig gucken.

Positiv:
Die Folgen sind ein kleines Kunstwerk für sich. Dialoge, Design, Schauspieler und vor allem die Einbeziehung von SMS-Texteinblendungen machen das ganze sehr frisch und modern. Selten wird in einem Film gezeigt, dass die ganze Welt pausenlos am Smartphone wischelt – ohne dass es langweilig ist. Auch die Anspielungen auf die Originalstorys und der hohe Nerd-Faktor (es gibt einen Sherlock-Fan-Club innerhalb der Serie, der mitspekuliert) überzeugen.

Negativ:
Sherlock bezeichnet sich hier selbst als „hochfunktionaler Soziopath“ – und verhält sich auch die ganze Serie über wie ein komplettes Arschloch. Watson dagegen gibt meist den Dödel. Eine echte Freundschaft zwischen ihnen entsteht nicht – im Gegenteil: Im weiteren Verlauf entwickelt sich Sherlock zum Superspion (!) der undercover in Nahen Osten operiert und Watson zur Damsel in Distress abwertet, die ab und zu gerettet werden muss… nee… sorry, aber das ist mir dann doch zu viel Bond und zu wenig Holmes.

Fazit:
Brilliant modernisierter Holmes – aber auf die Dauer zu wenig Charakterentwicklung und zu viel Selbstverliebtheit.

und damit zum amerikanischen Konkurrenten.

Elementary
2012 – heute (aktuell 4 Staffeln)

Story:
Sherlock Holmes (Jonny Lee Miller) und Dr. Watson (Lucy Liu) lösen Fälle im New York der Gegenwart.

Stimmung:
Klassische amerikanische Detektivserie, meist völlig unblutig und mit wenig Action. Der Schwerpunkt liegt auf den Dialogen, der Kopfarbeit beim Lösen der Fälle und der Chemie zwischen den Personen.

Schauempfehlung:
Die meisten Folgen sind in sich abgeschlossene Fälle, alelrdings entwickeln sich die Figuren und ihre Beziehungen stetig weiter. Man sollte daher in Reihenfolge gucken, kann aber getrost Folgen auslassen.

Positiv:
Watson mit Luci Liu zu bestetzen ist echt clever, da es der Serie von Anfang an etwas frsiches gibt. Auch Jonny Lee Miller ist eine gute Wahl – er spielt einen facettenreichen, in der Summe aber sehr sympathischen Holmes. Gerade weil diese zwei eben nicht die „typischen“ Holmes und Watson sind schaut man ihrer Entwicklung gespannt zu – wobei Watson hier durchaus ihre Frau stehen kann und nie zur Gehilfen degradiert wird. Eine große Rolle spielt dabei die Drogensucht des Detektivs, die er in Selbsthilfegruppen überwindet, was recht ernsthaft und glaubwürdig dargestellt wird.

Negativ:
Nicht alle Neuerfindungen sind so gelungen wie die weibliche Watson: Inspektor Lestrade (in Staffel 2) und Mrs. Kitty (Staffel 3) nerven arg, an den sehr speziellen Moriarty musste ich mich erst gewöhnen. Zudem ist die Dialoglastigkeit der Serie bei manchen Folgen anstrengend: Die schlechteren Folgen nerven mit unübersichtlichen Fällen, die in langen Monologen mit vielen Namen von Opfern und Verdächtigen  aufgelöst werden.

Fazit:
Den Inbegriff des britischen Detektivs in eine geradezu klassische Amerikanische Polizeiserie (mit buntem Team, knorrigem Chef und einem sozialem Optimismus) zu versetzen ist eine clevere Idee, die immer wieder für produktive Reibungen sorgt. Auch wenn nicht alle Nebenfiguren so gelungen sind wie die weibliche Watson ist „Elementary“ einen Blick wert.

 

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2 Gedanken zu “Serie: „Sherlock“ vs. „Elementary“

  1. Ich hatteseinerzeit Sherlock schon nach der ersten Folge abgebrochen. Der sagte mir überhaupt nicht zu.
    Hingegen der Elementary – Sherlock der Hammer ist. die Serie hat mich von der ersten Minute an fasziniert. Diese Dialoglastigkeit ist sicherlich nicht jedermanns Sache aber ich kann da sehr gut mit leben 😉

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