Kino: „Der Olivenbaum“

Auf der Suche nach dem heiligen Baum: In einer Mischung aus Komödie und Öko-Fabel erzählt „Der Olivenbaum“ von einer ungewöhnlichen Reise.

Seit 2000 Jahren steht auf dem Land der Familie von Alma (Anna Castillo) ein Olivenbaum. Für das Mädchen und ihren Großvater (Manuel Cucala) ist der uralte Riese mit dem sechs Meter dicken Stamm ein heiliges Gewächs. Die Generation zwischen ihnen sieht in dem malerischen Monument eher eine Möglichkeit Geld zu machen: Spezielle Händler sind bereit 30 000 Euro zu bezahlen um ihn auszugraben und an wohlhabende Nordeuropäer zu verkaufen. Der Tag des Abschieds wird sich für Alma immer ins Gedächtnis einbrennen – und als einige Jahre später ihr Großvater beginnt immer dementer und schwächer zu werden, greift die junge Frau deshalb zu einer ungewöhnlichen Idee: Sie schwört ihrem Opa den Baum zu finden und ihn wieder nach Hause zu bringen. Das ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise, die Alma und ihre Begleiter bis ins regnerische Düsseldorf führt..

Wenn in Filmen Bäume oder Gärten vorkommen sind sie meist dazu da als unaufdringliche Metapher für die innere Befindlichkeit der Hauptfiguren zu stehen. „Der Olivenbaum“, geht anders herum an die Sache heran: Der Film zeigt wie die unterschiedlichsten Menschen ihre jeweiligen Sehnsüchte in den Riesenbaum projezieren: Ist er ein Stück Heimat, ein Prestigeobjekt oder schlicht ein Handelsgut? Dadurch das drei Generationen in dem Film eine Rolle spielen wird so ganz nebenbei auch eine Geschichte der Entwicklung Spaniens erzählt – mit einigen witzigen Seitenhieben auf das Verhältnis zu Deutschland.

Denn glücklicherweise setzen die spanische Regisseurin Icair Bollain und Drehbuchautor Paul Laverty (der meist mit Ken Loach zusammenarbeitet) viel auf Humor und können so einige belehrend oder rührseelig wirkende Stellen gut ausgleichen. So wird „Der Olivenbaum“ eine Mischung aus märchenhaftem Öko-Abenteuer und genauer Beobachtung der Realität. Sympathisch ist auch, dass viele Darsteller wirklich aus der Region kommen und, dass es die Filmemacher es wirklich ernst meinen mit ihrem Engagement für die Natur: Ein Teil der Einnahmen des Films geht an die Organisation „Apadrina-un-olivo“ (frei übersetzt: Adoptiere einen Olivenbaum), die sich für den Erhalt der Baumriesen in der Region Oliete einsetzt.

WERTUNG: 2

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