Kino: „Collide“

Gangsterparadies Deutschland: In „Collide“ rasen und ballern Drogendealer durch Köln. Und Ben Kingsley und Anthony Hopkins sind auch mit dabei.

Weil er wiederholt Autos geknackt hat musste der junge Amerikaner Casey (Nicholas Hoult) sein Land verlassen und in Köln Zuflucht finden. Mit Gangstern will er nichts mehr zu tun haben, das hat er seiner neuen Freundin Juliette (Felicity Jones) versprochen. Doch als diese mit einer schweren Krankheit diagnostiziert wird beschließt er den berühmten letzten Coup durchzuführen um das Geld für eine Heilung zusammen zu bekommen. Im Auftrag des ziemlich durchgeknallten türkischen Rauschgiftbosses Geran (Ben Kingsley in Pelzjacke, Goldstrampler und Ludenbrille) soll er einen Laster mit mehreren Millionen Drogengeld entführen. Der gehört dem rivalisierenden Ganoven Hagen Kahl (Anthony Hopkins) und der denkt natürlich gar nicht dran, sich von Casey und Co. einfach klaglos ausrauben zu lassen. Die Folge sind wilde Schießereien mit der deutschen Polizei und atemlose Autobahn-Jagden.

Letztere wurden auf einem neu gebauten, aber noch nicht eröffnetem Stück der A4 zwischen Kerpen und Düren gedreht. Auch sonst entstand die deutsch-amerikanisch-britische Co-Produktion komplett in und um Köln, was hierzulande einerseits für einen wohligen Wiedererkennungseffekt (Ah, echte deutsche Polizei! Ah, deutsche Autobahn! Oh, deutsche Krankenhäuser!) andererseits aber auch für eine ungewollte Schräglage sorgt. Sitzen da wirklich die zwei Weltstars Kingsley und Hopkins in einer schmuddeligen Kölner Szenekneipe und sondern abstruse B-Film-Schurken-Monologe ab?

Denn klar: Dialoge und Handlung sind nicht gerade die Stärke von „Collide“ und auch der Held bleibt ein recht farbloser Gesell. Aber die Gangster sind dafür richtig schön schräg, die Spannung taugt auch größtenteils und den Schwerpunkt legt der britische Regisseur Eran Creevy ohnehin auf die Action-Sequenzen, welche die Stuntmen der deutschen Firma „Action Concept“ schnörkellos schön umsetzen. Und irgendwie macht es auch einfach Freude, statt schwerer Denkerkost und leichten Kommödien mal einen richtigen Rowdy-Film vor heimischer Kulisse zu sehen.
Seine Premiere hatte „Collide“ übrigens in einem Kölner Autokino. Das passende Umfeld für einen Actionfilm, der in Stil und Geradlinigkeit an die späten 80er Jahre erinnert.

WERTUNG: 3

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s