Kino: „Trash Detective“

Mord auf Schwäbisch: Mit „Trash Detective“ bringt der Ludwigsburger Filmhochschüler Maximilian Buck einen ebenso deftigen wie spannenden Abschlussfilm ins Kino.

Ich hab‘ Susi gesehen – blutbeschmiert“, lallt Uwe Krollhass (Rudolf Waldemar Brem) auf dem Revier. Doch die zuständige Polizistin Gabi Stolze (Therese Hämer) ist skeptisch. Jeder in der verschneiten Kleinstadt in den schwäbischen Bergen weiß, dass Uwe trinkt und im Suff nicht nur gerne Unsinn erzählt, sondern auch aggressiv wird.

Doch als die angehende Schönheitskönigin Susanne Berger (Luzie Buck) nach drei Tagen immer noch verschwunden ist steigen die Spannungen. Hat Uwe fantasiert? Ist er einem Verbrechen auf der Spur oder womöglich gar selbst der Täter? Davon ist Susis Vater überzeugt und langsam zieht sich die Schlinge um Uwe zusammen, der sich an nur ganz wenige Momente dieser Nacht erinnern kann.

Um seinen Namen reinzuwaschen beginnt der Außenseiter auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen – die ihn bald in noch größere Bedrängnis bringen…

Mit „Trash Detective“ legt Regisseur Maximilian Buck einen spannenden Genrefilm vor, der gleichzeitig seine Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg ist.

Das bedeutet: Keine Fördergelder, der ganze Film wurde über Spenden und Eigenkapital finanziert. . Nur weil alle Schauspieler und Teammitglieder ohne Gage an dem Film mitgearbeitet haben und die Filmakademie uns die notwendige Technik zur Verfügung gestellt hat, war es uns überhaupt möglich die ersten 20 Drehtage vor zwei Jahren anzutreten“, erinnert sich Produzent Dominik Utz, ebenfalls Filmstudent. Zum Glück gefiel das Ergebnis dieser ersten Drehzeit dem SWR so gut, dass er noch mal fünf Drehtage spendierte, welche die Jungfilmer für den Feinschliff nutzten. Diese widrigen Umstände sieht man dem Film niemals an: Die Technik stimmt auf den Punkt und die Schauspieler sind erste Sahne. Allen voran Rudolf Waldemar Brem. Der langjährige Fassbinder-Schauspieler („Angst essen Seele auf“) scheut sich nicht, manchmal auch zutiefst unsympathisch rüber zu kommen und lässt die Zuschauer lange im Unklaren, ob er nun der Held oder der Schurke der Geschichte ist und Therese Hämer als Dorfpolizistin mit Fellmütze im Schnee weckt Erinnerungen an die Heldin von „Fargo“. Technisch stimmt alles auf den Punkt und die Story hat zwar einige dick aufgetragene Momente, bleibt aber doch bis zum Schluss spannend, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Ein Wort der Warnung zum Schluss: Der schwäbische Dialekt ist bei einigen Nebenpersonen schwer zu verstehen und der Film hat eine düstere Stimmung, die manchmal auch ins brutale umschlägt. Nichts für zartbesaitete also.

Wertung: 2

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