Film: Passion for Planet

Romantische Wildnis oder bildungsbürgerliche Bildermaschine: In „Passion for Planet“ zeigt Werner Schuessler wie Tier- und Naturdokumentationen enstehen.

Bis zur Hüfte steht der Michael Schlamberger im Wasser des Sambesi in Afrika um überschwemmte Hütten zu filmen. Die Inderin Rita Banjeri läuft nachts den Strand entlang um mit Infrarot Bilder von schlüpfenden Babyschildkröten zu machen und Kanadier Rob Stewart schwimmt seit 15 Jahren mit Haien durch die Meere. Ein halbes Dutzend Tierfilmer begleitete Kameramann Werner Schuessler auf ihren Reisen um die Welt. Sein Ziel war es festzustellen, wie romantisch dieser Beruf ist.

Ehrlich zeigen die Protagonisten ihre Freuden und Sorgen: Den Druck für die Geldgeber spektakuläre und manchmal auch beschönigende Bilder zu finden, aber auch das Glücksgefühl, wenn nach langem Warten endlich das ersehnte Tier vor der versteckten Kamera erscheint oder wenn das Publikum bei Vorführungen bei Kerzenlicht intensiv mitgeht.

Siebeneinhalb Jahre (!) arbeitete Werner Schuessler an diesem Projekt, das seine erste Regiearbeit ist. Definitiv eine Herzensangelegenheit.

Passion for Planet“ ist dabei halb selbst Naturfilm, der mit imposanten Tier- und Landschaftsaufnahmen aufwartet und halb ein ‚Making Of‘, bei dem der Schwerpunkt aber nicht auf der Technik liegt, sondern auf den Menschen hinter der Kamera. Alle fingen aus unterschiedlichen Beweggründen an: Ihre Heimat dokumentieren, schöne Bilder machen, Abenteuer erleben – doch sie alle wurden schließlich vom Naturschutzgedanken wie von einem starken Magnetpol angezogen: „Man kann keine Tierfilme machen ohne den Menschen und seinen Einfluss“, da sind sich alle einig. Zu erfahren, wie unterschiedlich sie mit dieser Erkenntnis umgehen macht den Film neben seiner Schauwerte inspirierend und sehenswert, auch wenn ihm manchmal ein konkreter roter Faden fehlt und die einzelnen Eindrücke eher episodisch nebeneinander stehen.

Hier wäre es schön gewesen ein verbindendes Element (ein Treffen der Filmemacher? Schuessler selbst?) zu haben. Trotzdem ein beachtliches Werk.

WERTUNG: 2

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