Kino: „Heidi“

Hier kommt das Kontrastprogramm zu Bond: Heidi!

Für mich bedeutet Heidi vor allem die Zeichentrickserie aus den 80ern (als noch niemand hierzulande das Wort ‚Anime‘ gehört hatte). Für die Schweizer dagegen ist „Heidi“ ein nationaler Mythos, dem nur Wilhelm Tell das Wasser reichen kann. Über ein dutzend Mal wurden die um 1880 von Johanna Spyri geschriebenen Bücher schon verfilmt – nun legt Regisseur Alain Gsponer eine neue Version vor, die sich eng an das Buch hält.

Weil ihre Eltern gestorben sind, wird die siebenjährige Heidi (Anuk Steffen) von ihrer Tante Dete (Anna Schinz) zu ihrem Großvater gebracht, dem zurückgezogen in den Bergen lebenden Almöhi (Bruno Ganz). Der Einsiedler kann mit dem Mädchen zuerst gar nichts anfangen – doch schon bald erwärmt ihre freundliche Art sein Herz. Genauso geht es dem Geißenpeter (Quirin Agrippi), mit dem sie Freundschaft schließt.

Doch das Alpenglück währt nicht lange – Tante Dete kommt zurück und bringt Heidi nach Frankfurt, wo sie der im Rollstuhl sitzenden Klara (Isabelle Ottmann) Gesellschaft leisten soll. Obwohl es schön ist, eine Freundin zu haben, nagt das Heimweh nach den Bergen an Heidi . . .

Ein großer Pluspunkt der Neuverfilmung ist das bis in die Nebenrollen absolut stimmige Ensemble, allen voran Anuk Steffen, die als lebenslustige Heidi den ganzen Film trägt. Ein Casting-Coup ist natürlich Bruno Ganz als kantiger Almöhi, der allein schon den Eintrittspreis wert ist: „Für mich war es keine Frage, ob ich diese Rolle spielen will“, sagte er, „ich bin Schweizer, ich musste das machen!“

Ähnlich ging es auch seinem Landsmann Alain Gsponer. Bereits in einem Dokumentarfilm hatte er sich mit dem Heidi-Kult in seiner Heimat befasst und legt nun einen sensiblen, kitschfreien Kinderfilm vor, der zudem das Kunststück schafft, modern zu wirken, ohne die Geschichte künstlich zu aktualisieren. Egal ob Waisenkind oder Scheidungskind, so Gsponer, „das Gefühl, allein zu sein, ist dasselbe wie vor 150 Jahren. Nach wie vor suchen Menschen Orte, an denen sie glücklich sein können.“

WERTUNG: 2

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