Kino: „Stella“

Heranwachsen ohne verrückt zu werden: Der preisgekrönte Jugendfilm „Stella“ erzählt die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens und ihrer kranken Schwester.

Die zwölfjährige Stella (Rebecka Josephson) ist ein aufgewecktes Mädchen

Ihr großes Vorbild ist ihre ältere Schwester Katja (Amy Deasismont), die gerade dabei ist als Eiskunstläuferin erfolgreich zu werden. Da kann das Pummelchen Stella nicht mithalten und ist manchmal auch etwas eifersüchtig – wohl auch, weil sie Katjas Trainer süß findet. Doch mit der Zeit merkt Stella, dass mit der großen Schwester etwas nicht mehr stimmt: Sie ist immer öfter grundlos gereizt, isst kaum etwas und trainiert bis an die Grenze der Erschöpfung. Stella stellt Nachforschungen an und entdeckt ein großes Geheimnis…

Aufrichtig und doch liebevoll erzählt der Film „Stella“ davon, wie schwierig es ist, als Mädchen aufzuwachsen. „Unsere Gesellschaft stellt so viele Anforderungen und neigt dazu Menschen eher nach dem äußeren als nach der Persönlichkeit zu beurteilen“, erzählt Regisseurin und Drehbuchautorin Sanna Lenken. „Mein Film handelt davon, in dieser Welt nicht den Verstand zu verlieren“. Dass die Regisseurin in ihrer Jugend selbst an Magersucht gelitten hat verleiht dem Film einen hohen Realitätsgehalt – und gerade deswegen ist es ein kluger Kniff, die Geschichte nicht aus der Perspektive der Betroffenen Katja zu erzählen, sondern durch die Augen von Stella. Zudem ist die Krankheit zwar ein wichtiges Thema, im Mittelpunkt steht aber die zwischen Liebe und Unverständnis schwankende Beziehung von Katja und Stella. Diese wird von Rebecka Josephson bravourös verkörpert. Die elfjährige ist in jeder Szene zu sehen und schafft es tatsächlich den Film zu tragen und ihn trotz seines schwierigen Themas und emotional anstrengender Szenen mit Humor und Leichtigkeit zu versehen. Dass der Film junge Zuschauer begeistern kann zeigte er auch auf der Berlinale: Dort erhielt er den ‚gläsernen Bären‘ für den besten Kinder- und Jugendfilm des Jahres 2015.

Wertung: 2

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