P42 – 27: ZIY

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Langsam aber sicher nähern sich die 16 Zen-Wochen ihrem Ende.
Und wie ihr womöglich an den letzten paar Einträgen schon gemerkt habt, habe ich zwar viel erlebt, aber mit der Zeit auch immer weniger den Drang verspürt, diese Erfahrungen postwendend in die Internet-Anonymität hinauszuposaunen. Wie schon Rael sagte:

„I’d rather trust a man who doesn’t shout what he’s found‘

In diesem Sinne werde ich nun, statt weiter sinnlos über meine eigenen Erlebnisse zu salbadern eine kurze Handreichung für alle geben, die es selbst mal ausprobieren wollen:

Zen-it-Yourself

Gewählt habe ich mir die Aufgaben aus dem Buch „Achtsam durch den Tag“, wobei ich aus den 52 Vorschlägen folgende 16 ausgewählt habe und versucht sie eine Woche (von Montag bis Samstag) möglichst ernsthaft durchzuziehen.

1 Nach oben sehen
2 Die Welt freundlich ansehen
3 Auf Klänge achten
4.Auf Gerüche achten
5 Auf Geschmack achten
6 Heimlich gutes tun / Leuten im stillen gutes Wünsche
7 Auf die Angst achten
8 Auf den Magen achten
9 Auf die eigene Mitte achten
10 Auf die Hände achten
11 Komisch gehen
12 Räume und Zwischenräume wahrnehmen
13 Medien-Fasten
14 Ja-sagen
15. Nach unten sehen / Auf Boden und Füße achten
16. Dankbar sein

Aus meiner Sicht kann ich alle diese Zen-Wochen wärmstens empfehlen – mit einer Ausnahme – sogar die gefürchtete Angst-Woche war am Ende eine coole und bereichernde Erfahrung!:
Nur die Medien-Abstinenz-Woche funktionierte gar nicht. Zum einen ist sie – für alle, die nicht in einer Einsiedlei im Wald leben – nicht gerade alltagstauglich. Und zum anderen kam mir der Verzicht auf Bücher wirklich wie eine Strafe vor und hat mir nicht gut getan. Wenn ich nochmal anfangen würde, würde ich das „Medien-Verbot“ durch ein postives Gebot ersetzen. Etwa: Mehr persönliche Kontakte suchen! Telefonieren statt mailen. Direkt reden statt telefonieren.

Bedenken am Anfang einer Zen-Woche sind dagegen total typisch und kein Grund zur Sorge.
Bei mir hat sich folgender Ablauf immer wiederholt:

In Phase 1 (Montag und Dienstag) bringt das Gehirn noch ganz viele Warnungen, warum die Woche eine doofe Idee sein könnte („Das ist übertrieben!“ „Das ist langweilig“ etc).
Diese Warnungen freundlich abnicken und weitermachen. Es ist nur das Gehrin, das lieber auf seinen oft genutzen Autobahnen denken möchte und nicht entlang neuer Pfade.

Phase 2 (Mittwoch und Donnerstag) ist die coolste Zeit. Hier gibt es die meisten Aha-Erlebnisse und die Regeln fallen leicht und machen Spaß.

in Phase 3 (Freitag und Samstag) ist dann eine Gewöhnung festzustellen, die oft beruhigend wirkt, aber auch häufig schon die Melancholie des Abschieds und so etwas wie „Schlusszweifel“ mit sich bringt. Meist in der Form: „Hätte ich nicht noch viel radikaler sein können?“, was dann zu letzten Experimenten mit der jeweiligen Aufgabe führt.

Am Sonntag folgt dann meist ein recht problemloser Abschied und der Übergang in die nächste Woche.

Dieses Grundprinzip gilt außerdem – wie ich jetzt erst festelle – nicht nur für jede einzelne Zen-Woche, sondern sogar für die Gesamtheit der 16. Von einem Anfangs als herausfordernd empfundenen Experiment wurde es immer mehr zu einer netten Gewohnheit.

Auch interessant: Auf das ganze „Projekt 42“ übertragen scheint sich dieses Muster ebenfalls zu wiederholen. Da wären wir jetzt am Freitag. Am Beginn von „Phase 3″…

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2 Kommentare zu „P42 – 27: ZIY

  1. Ich lese deine Erlebnisse und Reflexionen sehr gerne, sie inspirieren mich. Und ich schaue jetzt öfter mal nach oben. Ist das vielleicht mein Teil von deinem Sinn?

    1. Wow! Da bin ich ja sehr gerührt, dass es Dich inspiriert. Nach Oben Sehen ist wirklich ein Stimmungsaufheller und fühlt sich immer gut an. Probier auch mal „Anderen im stillen gutes wünschen“, das ist ähnlich kewl.

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