Projekt 42 – Teil 13: Das Auge des Buddha

Zuerst einmal herzlichen Dank an alle, die bisher den demokratiegetriebenen Wahrheitsgenerator benutzt haben!
Die Gewissheit bereits zur Beantwortung von zwei der großen Menschheitsfragen beigetragen zu haben nimmt jede Menge Sinn-Leistungsdruck von diesem Projekt! Also bitte weiter abstimmen, damit wir immer auf dem neuesten Stand der Wahrheit bleiben!

Nun aber zu Zen-Woche Nummer Zwei! Nachdem die erste Aufgabe („Nach oben sehen“) noch rein physikalisch zu bewältigen war, wird es nun komplizierter. Denn die Aufgabe lautet diesmal: „Die Welt mit liebevollen Augen sehen“. Das Buch nennt es auch das „Auge des Buddha“, das voll freundlichem Mitgefühl auf die ganze Welt blickt. Praktisch gemeint ist möglichst viel so anzusehen, wie man etwa süße Tiere, kleine Bobberle oder geliebte Menschen ansehen würde. Mal ausprobieren!

Bei Sachen die ich schön finde ist das recht unspektakulär – ich kann sie nur bewusster schön finden.
Spannend wird es bei Dingen, die ich hässlich finde: Schlechte Grafftiti-Tags, Müll auf Grünflächen oder diese Plasitkschalen die manche Radfahrer auf dem Kopf tragen.

Die ersten zwei Tage fiel es mir sehr schwer, diese Dinge mit Freude oder gar liebevoll anzusehen – es kam mir wie Lügen vor. Doch ab dem dritten Tag änderte sich das: Es fing an Spaß zu machen. Immer wenn ich unterwegs war hielt ich Ausschau nach möglichst hässlichen Graffiti-Tags und freute mich jedes Mal wenn ich eines entdeckte (Es gibt jede Menge!!). Auch bei Radfahrern funktionierte es erstaunlich gut, denn viele der Plastikkübelträger ergänzen ihr Outfit durch wiederrum recht lustige Neonkleidung. (Wenn sie scheiße fahren ärgere ich mich aber trotzdem noch – aber ein Anfang ist gemacht.)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Schön: Schlechte Graffiti

Insgesamt fühlt es sich sehr gut an, sich nicht automatisch über was blödes zu ärgern, sondern sich über das gleiche Zeug einfach mal zu freuen. Ist es nicht erstaunlich, dass Gefühle gar nicht fix sind, sondern anscheinend willentlich beeinflusst werden können? Wo hat das seine Grenzen?

Bei mir momentan beim Müll. Was ist schön drann, wenn einfach Dreck rumliegt?
Da muss ich wohl auch in den kommenden Wochen noch mal liebevoll hingucken.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Schön? Wilde Müllkippe (Wirkt nur in Farbe)

Statt mit handfesten Erkenntnissen endet die zweite Zen-Woche eher mit neuen Fragen:

Was sind eigentlich Gefühle?
Woher kommen sie?
In wie weit sind sie bewusst kontrollierbar?

Spannend – und diesmal überlasse ich die Suche nach Antworten keiner Umfrage 🙂

>14 Suite für eine Hand

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s