Kino: „Jack und das Kuckucksuhr-Herz“

Wenn Liebe tödlich sein kann: „Jack und das Kuckucksuhr-Herz“ erzählt von einem Jungen, den sein mechansiches Herz zum Aussenseiter macht.

Es ist der kälteste Tag der Welt, als Jack im verschneiten Schottland zur Welt kommt. Da sein Herz einzufrieren droht, setzt ihm seine Amme Madeleine eine Kuckucksuhr in die Brust. Damit rettet sie zwar sein Leben, macht ihn aber gleichzeitig auch sehr empfindlich: Jede Aufregung könnte den komplizierten Mechanismus zerstören. Deshalb soll Jack von nun an drei Regeln befolgen: Nie am Herzen rumspielen, sich nie aufregen und – vor allem! – sich niemals verlieben.

Das klappt erwartungsgemäß nicht. Bereits mit zehn Jahren verguckt Jack sich unsterblich in die kurzsichtige Sängerin Acacia. Doch um deren Gunst buhlt auch der Schulrabauke Jo, der Jack jahrelang tyrannisiert. Erst mit Hilfe des Filmpioniers Georges Méliès findet Jack den Mut den inneren und äußeren Widerständen zu trotzen und Acica seine Liebe zu gestehen. Doch die hat Schottland längst verlassen…

„Jack und das Kuckucksuhr-Herz“ wurde von den Franzosen Mathias Malzieu und Stéphane Berla nach einem Kinderbuch von Malzieu als Animationsfilm in 2-D realisiert. Dass die beiden bisher vorrangig Musik-Clips gemacht haben merkt man ihrem ersten Spielfilm auch an. Die Geschichte enthält viele dynamische Musik-Nummern (gespielt von Malzieus Band „Dyonisos“) bei denen der Film einen traumhaften Stil entwickelt: Die Figuren fliegen, fangen Feuer, Wasser fließt nach oben und Tränen gefrieren. Leider wurden diese Songs – die oft für die Handlung wichtige Informationen enthalten – nicht übersetzt, so dass gute Englisch-Kenntnisse oder ganz schnelles Untertitel lesen gefragt sind. Blöd – nicht nur für Kinder!

Optisch sieht das ganze aus wie von Tim Burton abgepaust – was ja nicht schlecht ist: Der schräge Steam-Punk-Stil von Maschinen, Häusern und Landschaften überzeugt durchaus. Ganz schwach sind dagegen die Figuren: In den kalten Porzelan-Gesichtern zeichnen sich kaum Gefühle ab, die hageren Körper und übergroßen Köpfe wirken eher erschreckend, als einladend.

Insgesamt ein Film der für kleine Kinder zu düster und für Erwachsene leicht zu banal sein könnte, aber immerhin ein optisches Feuerwerk bietet, bei dem einige schöne und überraschende Momente dabei sind.

WERTUNG: 5

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