Kino: Boyhood

Oops, he did it again: Richard Linklater, Mastermind der genialen „Before Sunrise“-Trilogie spielt in seinem neuesten Film „Boyhood“ wieder mal mit der Zeit: Zwölf Jahre lang drehte er jeweils für eine Woche mit dem selben Hauptdarsteller (Ellar Coltrane), der in dieser Zeit vom 6-jährigen Bub zum 18-jährigen heranwächst.

So entsteht etwas, was so noch nie auf der Leinwand zu sehen war: In gut 160 Minuten begleiten wir einen Menschen (und seine Familie) durch seine komplette Kindheit. Dabei ist „Boyhood“ aber keine Doku, sondern ein echter Spielfilm mit durchgehender Handlung. Cool? Keine Frage! Konfus? Gar nicht! Der Film wirkt erstaunlich klar strukturiert und sinnvoll, als wäre er immer so geplant gewesen.

Dabei gab es am Anfang zwar ein Grundkonzept, aber während der Jahre wuchs auch das Drehbuch mit und passte sich der echten Entwicklung des Menschen an: „Wen Ellar in echt Profi-Wrestler hätte werden wollen hätte wohl auch das Eingang gefunden“, meint Linklater.

Und als ob das Experiment mit der Form nicht schon spannend genug wäre, geht Linklater (ähnlich wie bei „Before Midgnight“) auch inhaltlich nicht den einfachsten Weg: Seine Filmfamilie muss durch viele, realistische Konflikte, die es keinem der beteiligten leicht machen. Dennoch ist der Film angenehm zu gucken, auch weil der Fluss gewohnt entspannt ist. Auch die Fülle der Nebenpersonen (damit hab ich sonst oft Probleme) ist hier gut überschaubar und bringt im ganzen ein gigantisches Panorama unterschiedlichster Themen rund ums Erwachsenwerden in Texas.

Kurzum: Ein einmaliges, intelligentes Meisterwerk.

WERTUNG: A

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