Kino: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“

Superhelden-Saga für Fortgeschrittene: „Zukunft ist Vergangenheit“ setzt die Serie um die „X-Men“ visuell berauschend und inhaltlich spannend fort.

Juhu! Wolverine ist wieder da! Und es gibt viel zu tun für das sympathische Tier im Manne. Wie in der Post-Credit-Sequenz seines Japan-Abenteuers angedeutet muss er dringend gen Westen um gegen die „Sentinels“ vorzugehen, welche  Menschen und Mutanten gleichermaßen versklaven. Dagegen wehren sich die X-men um den wieder unter den Lebenden rollenden Professor Xavier und Magneto. Sie schicken Wolverine auf eine Zeitreise: Zurück im Jahr 1973 soll er verhindern, dass die Sentinels überhaupt gebaut werden.

So findet sich unser Held bald in der Welt von Blubberblasen-Lampen, Discokugeln und Wah-Wah-Gitarren wieder, wo er die jüngeren Ausgaben von Xavier und Magneto finden und versöhnen – und dabei gleichzeitig die klassichen X-Men Filme mit dem Neustart von 2011 verbinden – soll..

Nach dem etwas konventionellen Action-Abenteuer „Weg des Kriegers“ melden sich die „X-Men“ hier mit einem Feuerwerk zurück.

Da ist einmal die Optik welche direkt den Seiten eines Comicbuchs entsprungen scheint: Fantasievolle Designs, gruselige Monster, muskulöse Helden. Dazu Kampfszenen die nie hektisch zerschnibbelt, sondern oft in epischer Zeitlupe malerisch ausgebreitet werden.

Und auch der Inhalt stimmt: Bryan Singer, Regisseur des ersten X-Men-Films von 2000, sorgt dafür, dass die typischen politischen und gesellschaftlichen Anspielungen nicht zu kurz kommen. So erfahren wir diesmal unter anderem die „wirklichen“ Hintergründe des Kennedy-Attentats. Der große Bogen zwischen der „alten“ Generation der X-Men um McKellen und Stewart und dem Neustart mit Fassbender und McAvoy funktioniert überraschend gut. Dass sich hier im Detail rießige Logik-Löcher auftun (z.b. warum Xavier jetzt nicht mehr tot ist), sollte einen als Zuschauer nicht weiter grämen – die sind, wie wir spätestens seit Austin Powers wissen, eine typische Begleiterscheinung von Zeitreisen.

Für Einsteiger ins X-Men-Universum eignet sich „Zukunft ist Vergangenheit“ allerdings nicht: Er trägt zwar keine fortlaufende Nummer im Titel (vermutlich weil die ‚richtige‘ Reihenfolge spätestens seit diesem Teil immer schwieriger festzulegen ist), ist aber bereits der siebte mit Hugh Jackman als Wolverine. Zumindest „Erste Entscheidung“ und „X-Men“ sollte man gesehen haben um mit den Charakteren vertraut zu sein.

Fans von Ian McKellen und Patrick Stewart seien außerdem gewarnt: Ihre Auftritte sind auf die Rahmenhandlung beschränkt und haben eher den Charakter eines längeren Cameos. Dafür hat man mit Hugh Jackman als Wolverine einen gewohnt sympathischen Helden und mit „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage (mit fieser Porno-Rotzbremse) einen starken Schurken.

Insgesamt ein buntes Abenteuer mit Herz, Hirn und Schmackes, das weit aus dem üblichen Superhelden-Einerlei herausragt und besonders für Fans viele große Momente bereit hält.

WERTUNG: 1

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