Kino: „Scherbenpark“

Ich mach dir dein Leben zur Hölle“, droht der Schläger im Park.„Zu spät“, antwortet Sascha (JasnaFritzi Bauer) „Das isses schon.“ Die 17-Jährige wohnt irgendwo in Stuttgart – in einem wahren Betonmonster mit unzähligen Stockwerken, umgeben vom titelgebenden Scherbenpark.Wer hier lebt, muss hart sein oder einen abgrundtief schwarzen Humor entwickeln: „Ich habe wenigstens noch einen Traum“, erzählt Sascha zu Beginn. Der besteht darin, ihren Stiefvater zu töten. „Ist das okay für dich?“, fragt sie ihren zwölfjährigen Bruder.„Kannste schon machen“, meint der.„Aber erst in 15 Jahren, wenn er aus dem Gefängnis kommt.“

Doch es kommt anders: Ihr eigener Mut bringt Sascha in eine ganz andere Welt – die des Verlegers Volker (Ulrich Noethen). Der lebt mit Sohn Felix (Max Hegewald) in einem Passivhaus mit Blick auf grüne Landschaften. Doch die Idylle trügt – auch sie sind verwundete Seelen, die durch die Begegnung mit Sascha aufleben…
„Scherbenpark“ basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Alina Bronski. Unter der Regie von Bettina Blümner (die mit dem Dokumentarfilm „Prinzessinnenbad“ bekannt wurde und jetzt ihren ersten Spielfilm vorlegt) entsteht ein genaues Porträt zweier Gesellschaftsschichten, das nicht auf Klischees setzt, sondern die Figuren glaubwürdig und trotz der widrigen Umstände sympathisch darstellt. Präzise Dialoge, gute Darsteller sowie eine unauffällige Meisterschaft in der Bildgestal-
tung machen „Scherbenpark“ zu einem intensiven Film, der sich weit aus der Masse der deutschen Familiendramen heraushebt.
WERTUNG: 1

 

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