Film: Seelen

Die Außerirdischen sind gelandet! Blau leuchtende Fadenwesen namens „Seelen“ haben in Andrew Niccols Science-Fiction-Film die Körper der Menschen übernommen und die Erde endlich zu einem Paradies gemacht. Umweltzerstörung, Kriege und Hass sind Geschichte. Nur leider auch Kreativität, Liebe und konstruktives Chaos: Die Welt wurde zu einem Planeten der klinisch sauberen Langweiler.
Dagegen rebelliert eine handvoll überlebender Menschen. Eine davon ist Melanie (Saoirse Ronan), die sich mit ihren Freunden in der Wüste versteckt. Doch eines Tages wird sie von den Aliens erwischt, die ihr die Seele „Wanderer“ in den Körper setzen. Fortan leben zwei Personen in dem Mädchen – die rebellische Melanie und die zarte Wanderer. Als ihnen die aggressive „Sucherin“ (Diane Kruger) zu nahe kommt, proben die beiden unfreiwilligen Partnerinnen den Ausbruch aus der perfekten Welt.

In „Seelen“ versucht Autorin Stephenie Meyer ihr „Twilight“- Erfolgsrezept zu wiederholen: Ein Teenie-Liebesreigen, gemischt mit Genre-Versatzstücken – diesmal aus dem Fundus von Invasionsfilmen wie „Die Frauen von Stepford“ oder den „Körperfressern“. Mit Andrew Niccol, dem kreativen Kopf hinter „Gattaca“ und der „Truman Show“, fand man einen Regisseur mit reichlich Erfahrung in der Inszenierung stimmiger Zukunftswelten. Doch auch er kann nicht verhindern, dass „Seelen“ recht hölzern ausfällt. Das liegt an den vielen inneren Monologen von Melanie/Wanderer – ein Stilmittel, das auf dem Papier gut funktioniert, in diesem Film aber etwas von schlechtem Hörspiel hat.

Spannende Ansätze bleiben ungenutzt. Das Nebeneinander der zwei Seelen in einem Körper beschränkt sich weitgehend auf bloße Liebesrivalität, und auch aus den Parallelen zwischen der „wohlmeinenden Diktatur“ des Menschen Jeb (William Hurt) und der kalten Perfektion der Aliens hätte man mehr machen können.

Das Ergebnis ist weder sonderlich spannend noch logisch – aber stets hübsch anzusehen. Wer mal ins Invasions-Genre reinschnuppern will, ist hier gut aufgehoben. Alle anderen brauchen’s nicht wirklich.

WERTUNG: 4

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