Wagner: „Die Walküre“ (Akt 1)

Back in the Ring:

Nach dem „Vorabend“ Rheingold beginnt nun mit der Walküre der Hauptbrocken der Trilogie (Es folgen noch „Siegfried“ und „Götterdämmerung“).
Da die Dimensionen nun langsam aber sicher ins bombastische wachsen (jeder dieser Teile ist 2-3 Spielfilme lang) werde ich die Besprechung nun in Akte aufteilen um den Überblick zu behalten. Wohlan! Weiter geht’s mit der Levine-Version aus New York und…

AKT 1
Bisher hatten wir es ja nur mit Göttern, Riesen und Co. zu tun. Nun betritt der erste Mensch die Geschichte. In Gestalt eines verwundeten Kriegers mit dem schönen High-Fantasy-Namen „Wehwald der Wölfling“.

Verfolgt von Feinden und einem dauernden Unglück sucht er Zuflucht im nächstbesten Haus – und findet dort drinn überraschenderweise nicht nur ein Zauberschwert, sondern auch seine verloren geglaubte eineiige Zwillingsschwester. In die verliebt er sich auf den ersten Blick. (Ziemlich haarsträubende Zufälle, wenn ihr mich fragt. Auch die Tatsache dass er ein rot-blonder Wikingerhühne ist und sie eine Negerin mit zartbrauner Haut macht das ganze nicht glaubwürdiger. Naja.)

Zudem entpuppt sich der Hausherr als einer seiner Verfolger und fordert ihn zum Duell im Morgengrauen. Ah! Schwertkampf! Immer gut! Als der Feind schläft entdeckt Wehwalt das magische Schwert im Stamm einer Esche und…. äh… bleibt sitzen und singt lange über die Schönheit der Natur. Jetzt nimm halt das Schwert! Doch wie er ausgesungen hat ist das Licht weg und er sieht die Waffe nimmer. Seine Schwester kommt dazu, sie erkennen und verlieben sich und singen lange rum bis endlich das Schwert gezogen und der Akt beendet wird.

Im Vergleich zum dynamischen „Rheingold“ ist das alles ziemlich träge und macht wenig Hoffnung für den finalen Schwertkampf. Werden die sich da ordentlich hauen? Oder nur gefährlich ansingen: „Luge, liederlicher Lude! Herab hagelt mein Hiiieeeb!“. Sorry, aber auch für Opern gilt: Manchmal muss man handeln, nicht singen!

Ansonsten hab ich mich inzwischen aber gut daran gewöhnt, dass die Leute hier nicht sprechen, sondern trällern. Es wirkt auch meist sehr natürlich. Nur das Mädel hier kreischt für meinen Geschmack etwas zu viel, begleitet von expressiven Stummfilm-Gesten.

Auffällig ist auch, dass sich der Inszenierungs-Stil geändert hat: In den Instrumental-Passagen sehen wir nun nicht mehr abstrakte Farben, sondern Levine am Dirigentenpult. Der sieht aus wie Weird Al Jankovic im „Fat“ Video. Und am Ende des Aktes geht der Vorhang zu und die Künstler kommen zum Applaus raus. Nett, wenn man hinter die Kulissen gucken will, reisst einen aber auch heftig aus der Fantasy-Atmospähre.

Naja, hat ja noch drei Stunden um wieder in die Gänge zu kommen….

> Zwischenspiel: Mit Stephen Fry in Bayreuth

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