Kino: „Unter Menschen“

Als sich die Tür in den Garten langsam öffnet kommen den beiden Frauen fast die Tränen: „Hier werden unsere Affen zum ersten mal in ihrem Leben ins Freie gehen…“, meint Tierpflegerin Renate Foidl mit Blick auf das gerade entstehende Freigehege auf dem „Gut Aiderbichl“. Mit ihren Kolleginnen kümmert sie sich liebevoll um etwa 40 Schimpansen, die eine traurige Vergangenheit haben: Als Versuchstiere lebten sie bis zu 20 Jahre in engen Laborkäfigen, während die Menschen (erfolglos) Wirkstoffe gegen AIDS an ihnen testeten. Erst der massive Protest von Tierschützern – unter ihnen die berühmte Schimpansen-Forscherin Jane Goodall – sorgte für die Befreiung der Tiere und für den Beginn eines neuen Abenteuers: Den Versuch, den teils schwer traumatisierten Primaten wieder ein artgerechtes Leben in der Gruppe zu ermöglichen.

Die Regisseure Christian Rost und Klaus Striegel verzichten in „Unter Menschen“ auf erhobene Zeigefinger ebenso wie auf drastische Bilder aus den Laboren und konzentrieren sich auf die „Resozialisierung“ der Affen, den Mut der Pflegerinnen (die ein sich Jahr lang sogar ohne Lohn um die Tiere kümmerten!) sowie auf die Verstrickungen von Pharmaindustrie und Politik, welche den Import der Tiere erst möglich machten. Sie öffnen den Blick aber auch weiter, lassen den damaligen Anwalt des Konzerns zu Wort kommen oder zeigen die skuril-volkstümlichen Methoden mit denen sich das „Gut Aiderbichl“ in den Öffentlichkeit darstellt.

WERTUNG: 2

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