Film „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“

Mae Govannen, liebe Leser im Jahr 2013!

Für Rhapso.de beginnt das Kinojahr mit einer (scheinbar) sicheren Bank:
Die Rückkehr nach Mittelerde in Begleitung des bewährten Teams der Herr-der-Ringe Trilogie anhand der Reiseroute des kleinen Hobbits – was kann da schon schiefgehen?

Es beginnt mit Stress in Mittelerde: Der Drache Smaug vertreibt die Zwerge des Eisernen Berges aus ihrer Heimat. Jahre später versucht eine kleine Gruppe der Knylche den Ort zurückzuerlangen – mit Unterstützung des Zauberers Gandalf und des Halblings Bilbo.

Nunja – normalerweise gehöre ich ja nicht zur Gruppe der Leute, die einen Film nach der Buchvorlage beurteilen: Der Film ist der Film, das Buch ist das Buch. Wer letzteres will, soll lesen. Beim Hobbit fällt mir dies aber ungewöhnlich schwer – zu sehr ist mir Tolkiens Mittelerde über die Jahre ans Herz gewachsen.

Und der neue Film ist dann auch recht weit weg vom Ton der literarischen Vorlage – einem reichlich unbeschwerten Kinderbuch. Statt dessen ist „Eine unerwartete Reise“ eher „Herr der Ringe 4“ als „Der kleine Hobbit 1“. Zu sehr huldigt Peter Jackson hier dem uralten, bösen Gesetz aller Action-Filme: MEHR! MEHR! MEHR!

Das heist im Klartext: Mehr Orcs, mehr Action, mehr Heroik – als gelte es, auf „Rückkehr des Königs“ nochmal eine dicke Schippe Bombast draufzusetzen. Das ist imho völlig daneben, denn der „Hobbit“ ist eben nicht der bombastische vierte Satz einer Sinfonie, sondern das zarte Vorspiel. In meienr Traumvorstellung hätte er daher eher wie ein leichter Kinderfilm daherkommen sollen, der höchstens eine leise Ahnung des kommenden, großen vermittelt.

Aber auch unabhängig von der ‚Werktreue‘ hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Gelungene Momente (Imladris, Gollums Höhle) stehen im Gegensatz zu total überzogenen Action-Gewittern, bildlichen Selbszitaten (die man mit viel gutem Willen natürlich auch als visuelle Leitmotive sehen kann) und einen unentschlossenem Pendeln zwischen rohem HdR-Grusel und der kindlichen Hobbit-Welt.

Puh, irgendwie nicht das was ich erwartet hatte, aber trotzdem unterm Strich passable Unterhaltung, die sich ja im Laufe der Fortsetzungen zu einem – zumindest in sich selbst – stimmigen Filmkunstwerk auswachsen kann. Und immerhin: Auch die erste Trilogie fand ich ja erst in den ‚Extended‘-Versionen richtig gut. Also treu bleiben und Hoffen.

Baruk Khazâd! Khazâd ai-mênu!

WERTUNG: 3

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