The Complete James Bond Experience (Part 15)

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So nun kommen wir auch hier zum Ende. Die gute Nachricht bei

Skyfall (2012)

ist schon mal: Er ist ganz anders als Quantum. Nämlich sehr ruhig und verständlich. Action gibt es nur am Beginn und zum Schluss  – dazwischen entfaltet sich eine überraschend klassische Spionagegeschichte, bei der Bond eine gestohlene Liste mit den Klarnamen dutzender von Agenten sucht…

Wow, also soviel Schauspielerkino hätte ich Bond gar nicht zugetraut. Praktisch der ganze Film wird von einem guten Darsteller-Ensemble getragen und wenn’s dann mal kracht fügen sich die Action-Elemente sogar halbwegs logisch in die Handlung ein.

War „Casino Royale“ das Aufbegehren gegen die Bond-Konventionen und „Quantum“ die totale Abkehr, so ist „Skyfall“ die romantische Wiederentdeckung der ‚Bondismen‘. Gestört hat mich eigentlich nur die Musik: Mendes brachte seinen Hauskomponisten Newman mit und der schuf einen Score bei dem die Anklänge an Batman unüberhörbar sind. Umso schöner, wenn dann endlich ab und zu das Bond-Thema erklingt.

Auch Regisseur Mendes orientierte sich nach eigener Aussage deutlich am Stil der neuen „Batman“-Filme – das heißt Realismus, Härte, aber in diesem Fall auch eine deutlich spürbare Melancholie. Eine Sehnsucht nach der ‚guten, alten Zeit‘ in der es noch klare Feindbilder gab und in der echte Kerle mit Aston Martins Raketen abfeuerten und ihre Hüte an runde Kleiderständer warfen.

Eine Mischung aus romantischer Rückschau und Modernität also, die gut zum Jubiläum passt und zur Leisen Wehmut, die ich fühle, dass die 50 Jahre Bond nun schon vorbei sind.

WERTUNG: 1

Bei der Serie endet mit Skyfall auf mehrere Arten eine Ära. Eine sieht man im Film und die soll nicht gespoilert werden. Die andere ist hinter den Kulissen: Jack Purvis und Robert Wade – die Bond-Drehbuchautoren seit „Die Welt ist nicht genug“, haben angekündigt, dass sie nun nach 13 Jahren mit 007 auch mal wieder was anderes schreiben wollen.

Es ist alles wieder alles möglich beim berühmtesten Agenten der Welt. Und mir bleibt noch die

007 – Coda

Was bleibt von 50 Jahren Bond?

Auf jedenfall viel gute Unterhaltung. Tolle Stunts. Großartige Songs. Bauten. Etcetera.
Bis auf ‚Quantum‘ fand ich  keinen der Streifen komplett vergeigt.
Selbst Gurken wie „Diamantenfieber“, „Octopussy“ oder „Goldener Colt“ haben immer noch ein paar große, unvergessene Momente im Ärmel: Connery, wie er gelangweilt an einer Hausfassade hängt, als sei die Kletterei ungefähr so schwierig wie der Weg zum Bäcker – Moore als Clown im Zirkus (eine der ungewöhnlichsten Bond Momente)  – ein Auto, dass sich über einen Fluß schraubt – you name it.

Und dafür, dass ich eigentlich nur nachgucken wollte, wieviel Spaß welcher Film macht hat mich die Serie doch oft ganz schön zum Nachdenken gebracht. (Zum Beispiel über die Frage, warum bei Bond fast nie Kinder vorkommen? Weil Bond selbst das Kind ist? Oder warum die ersten Filme damals ab 18 waren, obwohl sie heute recht harmlos wirken. Sind wir abgehärteter geworden? Oder erkennen wir jetzt albernen Quatsch besser, wenn wir ihn sehen?)

Keine andere Spielfilmserie hat uns so häufig, über so lange Zeit und mit so großer Popkultureller Wirkung begleitet. Deswegen sagt die Reihe meines Erachtens sehr viel aus über das Erzählen in Serie, über die Art wie wir Filme sehen und darüber, wie Träume sich verändern und gleich bleiben können um weiterzuleben.

Über die Wirklichkeit sagen die Bond-Filme dagegen fast gar nix!
Würden Archäologen der Zukunft nur die Bond-Filme ausgraben, könnten sie leicht zu dem Schluss kommen, das wir die Zeit von 1962 bis Mitte der 80er heute vor allem an Traumstränden und in Luxushotels verbracht haben und das unsere größte Sorge darin bestand, dass irgendwelche sinistren Katzenstreichler uns Killersatteliten auf den Hals jagen…)

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, diese Bond-Gesamtschau zusammenzustellen. Und ich bin insgeheim auch froh, dass sie ohne Klischee-Hitparaden wie „Die besten Bond-Schurken“ oder „Die zehn heißesten Bond Girls“ auskommt. Zu letzterem hab ich aber noch eine schöne Anekdote – nach den…

CREDITS

Folgende Bücher wurden für diese Serie genutzt:

Kocian, Erich: „Die James Bond Filme“
(Die Hintertreppe zu den Bond-Produktionen. Viel Schmuddelkram über Partys, Starlets und Skandale hinter den Kulissen. Wer’s mag.)

Rauscher, Andreas (Hg.): „Mythos 007“
(Eine schöne Essay-Sammlung zu unterschiedlichsten Bond Themen, wie Bösewichtern, Bauten und der sozialen Klasse der Bond-Darsteller)

Stern-Edition: „50 Jahre James Bond“
(Schön gestalteter Rundumschlag zu allen Bond-Themen. Mit Gastbeiträgen von Willy Bogner, Götz Alsman (über die Musik), Georg Seeßlen – und einem lustigen Moore-Interview. Dazu ein Bild vom Popo von George Lazenby.)

Tesche, Siegfried: „Das große James Bond Lexikon“
(DIE Fundquelle für Bond-Kuriositäten aller Art)

Tesche Siegfried u.a.: „Der bekannteste Geheimagent der Welt“ (DVD)
(Etwas anstrengende aus TV-Interviews und Making of-Bildern zusammengestöpselte Fan-Doku – aber mit spannendem Interview mit Bond-Guru Tesche.)

Dazu freilich die Internetseiten http://www.imdb.com und http://www.wikipedia.de !

Und nun wie versprochen Roger Moores Antwort auf die tausendmal gestellte Frage: „Welches war das beste Bond Girl?“
– Oh, dass ist eine originelle Frage… die hab ich noch nie gehört… da muss ich erst mal drüber schlafen.

In diesem Sinne: Gute Nacht, Mr. Bond.

THE COMPLETE JAMES BOND EXPERIENCE
(1962-2012)
THE END

RHAPSO.DE WILL RETURN

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