Kino: Twilight – Breaking Dawn Part 5

Lang hat’s gedauert: Ein ganzes Jahr ließen die „Twilight“-Macher ihr Publikum auf den finalen Film hin ausharren – und die Bücher kaufen. Nun endlich werden die Karten aufgedeckt: Hat es sich wirklich gelohnt, auf einen Film zu warten, dessen Inhalt jeder Fan ohnehin zu kennen glaubt? Also denn: Bringen wir es zu Ende!

Es ist eine neue Welt, welche Bella (Kristen Stewart) erblickt, als sie zu Beginn von „Breaking Dawn, Teil 2“ ihre Augen öffnet. Endlich – nach vier Filmen und fünf Jahren – hat sie ihr Ziel erreicht: Sie ist unsterblich. Ein Vampir.

Der Film zeigt uns ihren neuen Zustand aus ihrer neuen Perspektive: Staubkörner, Spinnen, Lichtstrahlen – alles erfasst ihr Blick mit neuer Klarheit und Schönheit. Wie Bella entdecken auch wir die wildromantische Waldlandschaft des amerikanischen Nordwestens mit neuen Augen. Sie ist nicht mehr nur prächtige Kulisse und Abbild der Seelen der rauhen Wesen die sie bevölkern, sondern auch Jagdrevier.

Denn wie jeder ordentliche Vampir hat Bella nun auch Durst auf Blut. Ihr Gatte Edward (Robert Pattinson) zeigt ihr die Jagd auf Tiere, während daheim Werwolf-Onkel Jacob (Taylor Lautner) das Kindlein hütet. Doch die Idylle ist bedroht: Im Hintergrund wetzt die italienische Vampir-Mafia der Volturi schon die Zähne zum letzten Gefecht…

Ach ja: Falls das alles für Sie total bescheuert klingt – dann sind sie kein Twilight-Fan. Und dann ist „Breaking Dawn 2“ auch nichts für Sie. Es sei denn Sie treten den Weg durch die ersten vier Teile an und lassen sich verzaubern (oder auch abschrecken) von dieser zwar abgedrehten, aber in sich völlig stimmigen Fantasie-Welt.

Nach einigen Längen im letzten Teil steuert die Saga nun – erneut unter der Regie von Bill Condon – wirklich auf ein fulminantes Ende zu, bei dem sorgfältig sämtliche bisher lose Handlungsfäden zusammengeknüpft werden. Auf der einen Seite steht natürlich die finale Auseinandersetzung mit den bösen Volturi – auf der anderen aber auch die Hoffnung darauf, einen Kampf zu vermeiden, Wege zu finden, dass die all unterschiedlichen Wesen diese Welt gemeinsam bewohnen können.

Fans der Buchreihe werden in diesem Film erneut vieles wiedererkennen, ein paar Nebenhandlungen vermissen – und vielleicht sogar noch eine große Überraschung erleben. Und auch die männlichen Begleitpersonen im Kino, denen im letzten Teil etwas zu viel geliebt, geheiratet und geboren wurde, sind spätestens dann wieder versöhnt wenn sich das kleine Häufchen aufrechter Streiter mit ihren X-Men-Fähigkeiten auf den Kampf vorbereitet.

Zudem spielt die Serie im letzten Akt noch einmal ihre Stärken in voller Kraft aus: Grandiose Landschaften, ein dynamischer Mix aus Popsongs und Orchester-Soundtrack, stilvolle Ausstattung und ein Ensemble, das einem über die Jahre ans Herz gewachsen ist. Dazu passt, dass im Abspann jeder halbwegs wichtige Darsteller noch mal kurz in die Kamera gucken darf – selbst die, welche im aktuellen Teil nicht mitgespielt haben.

So endet also eine durchaus ungewöhnliche Fantasy-Reihe, die für sich beanspruchen kann dem Genre nach Potter, Narnia und dem Herrn der Ringe endlich mal eine Story aus genuin weiblicher Perspektive entgegenzusetzen. Das war auch dringend nötig. Denn allzu viele starke Vorbilder für Mädchen hatte das aktuelle Abenteuer-Kino bisher nicht zu bieten. Junge Frauen fühlten sich jedenfalls von Anfang an wohl in der „Twilight“-Welt, in der Mädchen einerseits ganz klassisch von Liebe, Hochzeit und Kind träumen dürfen – anderseits aber, wenn nötig, auch mal einen Werwolf verprügeln.

MAJOR SPOILER AHEAD: Apropos prügeln – der finale Kampf hat mich dann nach all der schönen Vorbereitung doch etwas gelangweilt: Er sah mehr wie eine Schulhoff-Klopperei aus, als wie eine ordentliche Endschlacht! Ich empfehle ein paar Scharfe Schwerter statt dieses Gerangels! SPOILER END.

Bleibt zum Schluss nur zu hoffen, dass „Twilight“-Autorin Stephenie Meyer ihrem Entschluss treubleibt und – trotz des Drängen der Filmstudios auf eine Fortsetzung – die Geschichte nun auch zu Ende sein lässt. Denn es ist gut so, wie es ist.

WERTUNG: 2

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