Kino: „Sag, dass du mich liebst“

Ganz Frankreich kennt ihre Stimme, doch fast niemand kennt ihr Gesicht. Unter dem Pseudonym Mélina berät Radiomoderatorin Claire Martin (Karin Viard) allabendlich Hörer, die sie bei ihren Lebensproblemen um Rat fragen.

Doch während sie hinter dem Mikro nie um einen aufmunternden Rat verlegen ist – „trauen Sie sich ruhig was!“ – ist die 40-jährige privat selbst tiefst verunsichert. Gerade erst hat eine Detektei den Namen und Wohnort ihrer Mutter herausgefunden, die sie nie wirklich kennengelernt hat. Nur zögerlich wagt Claire die Annährung indem sie bei derselben Hilfsorganisation einsteigt wie die ältere Frau – stets darauf bedacht ihre Deckung nicht zu verlieren. Das wird spätestens dann schwierig, als sich der 27-jährige Lucas (Nicolas Duvauchelle) in sie verliebt. Ein junger Mann, der sich nichts sehnlicher wünscht, als die Familie zu verlassen, nach der Claire sich so sehnt.

Aus diesem Gegensatz zwischen Lucas und Claire bezieht Pierre Pinauds „Sag, dass du mich liebst“ einen Großteil seiner Spannung. Dazu kommt das Rätsel darum, was einst zwischen Mutter und Tochter vorgefallen ist – und wie es jetzt mit ihnen weitergehen kann.

Auf einer weiteren Ebene erzählt der Film auch von einem, immer noch vorherrschenden, Klassengegensatz in Frankreich, wenn Claire, die sich als stilvolle Pariserin neu erfunden hat zurück kommt in die heruntergekommenen Vororte in denen ihre Geschichte begann.

Die überzeugenden Darsteller, vor allen die (kurz nach dem Dreh verstorbene) Nadia Barentin und Karin Viard als Mutter und Tochter helfen dabei über manchen etwas konstruiert wirkenden Drehbuchmoment hinweg. Für meinen persönlichen Geschmack bietet der Film leider etwas viel Drama – und viel zu wenig Radio 😉

WERTUNG: 3

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