Film: The Complete BOND Experience

000 BRIEFING

Über den besten Spion ihrer Majestät ist schon viel geschrieben worden. Über seine politischen, sexuellen und kulturellen Bedeutungen. Bei mir geht’s wie immer eher hedonistisch zu. Mit der simplen Frage: Wieviel Spaß macht welcher Bond-Film? Dank einer erstaunlich günstigen Gesamt-Box mit allen ‚offiziellen‘ Filmen werde ich so nach und nach jetzt mal alle durchgucken (Der Artikel wird also von Zeit zu Zeit erweitert werden.)

001 The Connery Symphony

Beim Wiedersehen der ersten fünf Bonds (an die ich alle schöne Kindheitserinnerungen habe) ist mir aufgefallen, dass diese Filme mit Connery sich in der Anmutung alle sehr ähnlich sind. Nach kurzer Zeit könnte ich nicht mehr sagen, welche Szene jetzt in welchem war. Deshalb und weil sich in dieser Zeit alle wichtigen Leitmotive der Serie herausbildeten bezeichne ich diese Phase mal als die „Connery Symphony“

Erster Satz – Allegro: James Bond jagt DR. NO (1962)

Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft des Agenten auf Jamaica! Hier jagt er den titelgebenden Doktor, der amerikanische Raketenstarts von einer Geheimbasis aus stört.

Erstaunlich wie viel von dem, was die nächsten 40 Jahre Bond ausmachen sollte in diesem allerersten Abenteuer schon vorhanden ist: Der Martini, das Casino, die Geplänkel mit M und Moneypenny, SPECTRE, das gute und das böse Bond-Girl, das unterirdische Schurkenhauptquartier (von Kult-Designer Ken Adam) und die Erkennungsphrasen. Einzig die Vor-Titel-Sequenz und die technischen Supergeräte fehlen. Als einzigen Apparat ordert Bond hier einen koffergroßen Geigerzähler. Die Geschichte taugt, die Action passt, nur der Schnitt ist etwas eckig (war wohl damals gewollt um eine rohe Atmosphäre zu erzeugen) und Connery ist von der ersten Szene an Bond – wenn auch noch etwas hagerer als später und mit seinen echten Haaren!

Denkwürdigste Szene (als Kind): Der FEUERSPEIENDE DRACHE!!
Denkwürdigste Szene (heute): Bond singt!!
Schönste Anekdote: Vor dem Film wurde Chris Blackwell als Musik-Scout nach Jamaica geschickt, der nach guten Musikern suchen sollte, deren Musik dem Film Lokal-Kolorit verleihen sollte. Er fand so viele, dass er beschloss ein eigenes Label zu gründen. So entstand „Island Records“, das der Welt Bob Marley bescherte…

„Dr. No“ macht auch nach 50 Jahren noch Laune und wirkt kaum angegraut.

WERTUNG: 2

Zweiter Satz – Moderato: From Russia with Love / Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Der zweite Bond ist der erste mit einer Vortitel-Sequenz in der Bond stirbt! Wenn auch nur als Test. SPECTRE will nämlich Rache nehmen für den Tod von Dr. No und Bond in eine Falle locken, während er eine Dechifrier-Machine nebst russicher Agentin gen Westen geleitet.
Erstmals bekommt Bond hier ein richtiges Gadget mit: Einen Koffer mit Geheimfunktionen. Es gibt einen Titelsong (wenn auch nur im Abspann) und Blofeld und seine Mietze geben ihren Einstand. Mit Rosa Klebb (Lotte Lenya) beginnt außerdem die lange Tradition der deutschen / deutsch angehauchten Bösewichter.

Insgesamt fand ich den Film eher durchwachsen: Die bodenständige Story und der Versuch ernster / realisitscher oder gar tragischer zu werden steht in starken Kontrast zu erneut sehr kantig montierten, übertriebenen Szenen, die aus dem Action-Zufallsgenerator zu stammen scheinen (Das Zigeunerlager, der Hubschauber-Angriff).

Denkwürdigster Moment (damals wie heute): Das gemeine Schuhmesser!

Schönste Anekdote: In Indien wurde der Titel „From Russia with Love“ als diplomatisch problematisch gesehen und man nannte ihn „From 007 with Love“.

WERTUNG: 3

Dritter Satz – Scherzo: Goldfinger (1964)

Hier ziehen unter dem neuen Regisseur Guy Hamilton erstmals eine richtige Leichtigkeit und viel ironischer Humor ein, was man schon an der Titelsequenz merkt in der Bond mit Ente auf dem Kopf rumtaucht um dann darunter einen knitterfreien weißen Smoking vorzuzaubern. Gerd Fröbe gibt den netten Schurken von nebenan und der Aston Martin feuert aus allen Rohren. Der Bond-Cocktail ist somit endgültig beieinander.

Schönste Anekdote: Gerd Fröbe bekam am Ende der Dreharbeiten von den Produzenten als Dankeschön einen „Goldenen Finger“ geschenkt. Sein Kommentar: Schade, dass der Film nicht ‚Gold-Arm‘ hieß.

Macht viel Spaß.

WERTUNG: 1

Vierter Satz – Largo: Thunderball / Feuerball (1965)

Nach dem spaßigen Intermezzo mit Goldfinger geht’s in Feuerball zurück zu SPECTRE und zu gestohlenen Atomraketen, die Bond wiederbeschaffen soll. Die Formel ist inzwischen endgültig gefunden und es beginnen die Variationen der bekannten Themen – trotzdem ein solider Actionfilm, gerade wenn man bedenkt, dass die damals wirklich JEDES JAHR so eine Großproduktion rausgehauen haben. Man muss halt Taucher mögen um hier richtig Spaß zu haben.

WERTUNG: 2-3

Fünfter Satz – Gagaku: You only live twice / Man lebt nur zweimal (1967)

Hier findet die klassische Bond-Symphonie ihren würdigen Schlussakkord. Bonds Ausflug nach Japan profitiert vom gestiegenen Budget der Reihe, das sich in tollen Effekten und gigantischen Bauten zeigt. Auch der Wechsel von ruhigen Szenen (Der nächtliche Ninja-Anschlag, Bonds Hochzeit) und überdrehter Action (Little Nelly, das apoaklyptische Finale) funktioniert hervorragend. Naja – und ich mag halt Raumschiffe!!

Ein sehr spaßiger, abwechslungsreicher und stimmiger Film mit zündenden Dialogen. Einzig Connery merkt man stellenweise an, dass ihn die Rolle langweilt. Insofern gar nicht schlimm, dass die Serie sich nach seinem  Weggang neu erfinden musste: Besser wird’s so nimmer.

WERTUNG: 1

Weiter zu den 70ern

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