Kino: Twilight 4

Unsterbliche haben viel Zeit: Drei Filme lang warb der Vampir Edward (Robert Pattinson) um das Herz der jungen Bella (Kristen Stewart). Die zögerte lange, ob sie sich für den vornehmen Blutsauger entscheiden sollte oder für den weitaus leidenschaftlicheren Werwolf Jacob (Taylor Lautner). Nun läuten die Hochzeitsglocken und widerwillig führt Papa Charlie seine geliebte Tochter zum Altar.


Bella hat sich getraut. Mit Edward, natürlich. Alle Freunde und Verwandten sind da, dürfen noch mal winken und – mehr oder minder ernst gemeinte – Warnungen aussprechen. Dann geht’s ab in die Flitterwochen auf eine unberührte Südseeinsel. In diesem Paradies merken Bella und Edward aber bald, dass auch ihre unsterbliche Liebe ganz reale Probleme hat: Leidenschaft und Fürsorge müssen in Balance gebracht werden, denn die bisher platonisch Liebenden wollen sich auch erotisch finden – was bei der übermenschlichen Stärke von Vampiren gar nicht leicht ist. Schließlich wird das Vertrauen der zwei auf eine harte Probe gestellt, als eine neue Bedrohung für Bellas Leben auftaucht, gegen die alle bisherigen Attacken feindlicher Vampire geradezu harmlos wirken…

Auch in „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 1“ bemühen sich die Filmemacher redlich darum, möglichst nah an den Erfolgsromanen von Stephenie Meyer zu bleiben. Das funktioniert zumindest kommerziell gesehen ganz gut: „Twilight“-Fans schauen den Film sowieso und bekommen, was sie erwarten – alle anderen können ruhigen Gewissens zu Hause bleiben.

Doch selbst mit wohlwollendem Blick lässt sich feststellen, dass die neue Folge unter der Regie von Bill Condon nicht die stärkste der Serie ist. Das liegt zum einen daran, dass durch Bellas Hochzeit die Luft raus ist: Das Dreiecksverhältnis mit Jacob, das als starker Motor der Charaktere diente, ist vorbei und auch Bellas Beziehung mit Edward wird sachlicher: Die Zeit des Flirtens ist vorüber – nun muss das Paar sich bewähren.

Durch diese neuen Umstände gerät auch der stete Wechsel zwischen Romantik, Action, Humor und Grusel ins Stocken, der die Serie bisher so amüsant machte: „Breaking Dawn – Teil 1“ zerfällt in zwei klar getrennte Hälften: Erst das Hochzeitsglück, dann das Familien-Drama. Gut gelungen ist dagegen nach wie vor die stilvolle Inszenierung: Kostüme, Kulissen, malerische Landschaften und eine abwechslungsreiche Songauswahl tragen den Film über manche Länge.

Und vielleicht wird man diesen Streifen auch neu bewerten können, wenn die Reihe mit dem letzten Teil vollendet wird: Als langsame Hinführung zu einem dramatischen Finale. Doch bis dahin heißt es noch lange warten. „Breaking Dawn – Teil 2“ startet erst in einem Jahr. Aber was ist schon Zeit für Unsterbliche?

WERTUNG: 3

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