Neue Comics (Teil 4 – The Best)

Platz Nummer Eins:

The Sandman (Neil Gaiman u.a. 1988-1996)
Zugegeben: Zuerst hatte ich gar keinen Bock Sandman zu lesen – obwohl überall zu hören war, dass die Reihe einer der ganz, ganz großen Klassiker sei. Schuld daran waran die Zeichnungen!
Mit seinem hageren, bleichen Kerl mit der schwarzen Mähne sieht Morpheus / Sandman als Held der Geschichte nämlich aus wie exakt auf eine Zielgruppe von Teenie-Gothic-Mädchen zugeschnitten. Und ich bin keines von den dreien.
Aber die „Sandman“-Serie bewies mir (wieder mal) eindrucksvoll, dass man Comics nicht nach dem ersten Blick auf die Zeichnungen beurteilen kann, sondern sich erst mal auf den Flow der Story und die Charaktere einlassen sollte.

Und das rentiert sich beim Sandman tausendfach! Denn die insgesammt über 2000 Seiten lange Serie ist ein schier unendlicher Brunnen an Ideen und Geschichten. Dabei fängt alles scheinbar simpel an: Eine verrückte Sekte versucht Anfang des 20. Jahrhunderts den Tod gefangenzunehmen – gerät aber an dessen kleinen Bruder – Morpheus, den Herrn der Träume. Als es Morpheus nach beträchtlicher Zeit gelingt sich zu befreien muss er feststellen, dass sein Reich in der Zwischenzeit zerfallen ist: Wichtige Träume wurden vergessen, Alpträume rennen frei herum und manche Menschen träumen gar nicht mehr. Morpheus macht sich auf, das wieder zu ordnen…

Und dies ist gerade erst der erste (von 10 Bänden) von dem aus sich die Geschichte immer weiter spinnt: Im Zentrum stehen die ewigen – Morpheus und seine Geschwister wie Tod, Begierde u.a. – darum herum entwickeln sich mäandrierende Geschichten um menschliche (und übernatürliche Protagonisten) wobei man auf alle aufpassen sollte. Denn oft kommt es vor, dass eine scheinbar unwichtige Nebenperson aus der einen Story die Hauptrolle in der nächsten übernimmt. Sehr komplex. Sehr spannend. Dass unterschiedliche Zeichner ihre ganz eigenen Stärken einbringen macht die Serie noch vielfältiger und stärker.

Auch die Erzählweise wird immer tiefer und interessanter. Ist der erste Band noch deutlich an Stephen King und Alan Moore orientiert (zum Teil auch mit direkten Verweisen im Bild und Text) so wird das Sandman-Universum immer eigenständiger, die brutalen und gruseligen Elemente treten hinter einer großen Erzählung, ja einem Weltentwurf zurück.

Natürlich wird einem bei so einem Werk nicht jede Episode gefallen (mir sind z.b. manche frühen Dinge zu eklig, manches spätere zu bildungsbeflissen. Auch fand ich es schade, dass *SPOILER AHEAD* die Identität des verschwundenen ‚Ewigen‘ recht früh und nebenbei aufgelöst wird – (Ich hätte auf auf sowas wie ‚Decision‘ oder ‚Defiance‘ getippt…. *SPOILEREND*).

Trotzdem: Ein ganz großer Wurf, den man nicht verpassen sollte!
Nach Band 6 hab ich jetzt erst mal aufgehört – aber nicht weils schlechter wird, sondern weil ich lieber noch mal von vorne durchstarte, bevor ich mir das Ende gönne.

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