Mehr Comics!! (Teil 1 – The Aua)

Die Stadtbibliothek macht’s möglich: In der letzten Zeit habe ich mich dank des reichhaltigen Angebots durch eine schöne Auswahl an Comics gefressen. Manche davon großartig – andere eher nicht. Hier mal meine Eindrücke in aufsteigender Reihenfolge.
Teil I – THE BAD

Platz 10 – Batman: Jahr Einhundert (Paul Pope, 2006)

Gotham 2039 – die Zeiten sind düster geworden. Ein totalitäres System kontrolliert das Leben von der Wiege bis zur Bahre. Einzige Ausnahme: Der BATMAN – eine geheimnisvolle Gestalt, die anscheinend schon seit hundert Jahren ihre ganz eigenen Wege in Gotham geht und dem Polizeistaat Widerstand leistet…
Titel und Cover versprechen eine flotte Comedy-Story: Ein gaggelicher Rentner-Batman, dessen einstige High-Tech-Gadgets inzwischen hoffnungslos veraltet sind nimmt es mit Norcon (oder wie das totalitäre Dingens in diesem Fall heißt) auf… Aber leider ist „Jahr Einhundert“ bierernst – und der Batman gar nicht alt, sondern agil und gefährlich wie eh und jeh. Die Story besteht zur Hälfte aus Technik-Militär-Kauderwelsch („Er hat ein Kurzstrecken-EMP oder einen Neural-Beschatter mit induziertem giftigem Dunst!“ „Roger, Panther-Team! Sonarschutz-aktiv“) und zur anderen aus „Whak“ „Flump“ oder „Sptakkatak-Sptak-Ping!“. Wer drauf steht…

WERTUNG: 5

 Platz 9 – All Star Batman & Robin (Frank Miller & Jim Lee, 2005-2008)

Bei einer Zirkusvorführung werden die Eltern von Dick Grayson ermordet. Batman nimmt den  Jungen auf und unterzieht ihn einem harten Training – als einen weiteren Soldaten im Kampf gegen das Böse…
Und viel mehr passiert auch gar nicht auf über 150 Seiten. Der „All-Star-Batman“ verheddert sich in endlosen Action-Sequenzen und Nebenpersonen ohne jemals eine wirkliche Story oder eine Sinnmitte zu finden. Da hilft es auch nicht, dass die Zeichnungen von Jim Lee wieder mal top sind. Das Batman hier ein kichernder Irrer ist der Robin fies behandelt stört mich gar nicht (so what?). Aber das ständige Gefluche und Gekämpfe und die allgemeine Richtungslosigkeit lassen diesen Batman schon extrem pubertär wirken.

WERTUNG: 5

Platz 8 – The Fountain (Kent Williams, Darren Aronofsky, 2005)

Die Vergangenheit: Ein letzter spanischer Conquistador kämpft sich eine geheimnisvolle Maja-Pyramide hinauf an deren Spitze er die Lösung zu einem großen Geheimnis vermutet…
Die Gegenwart: Ein Arzt sucht verzweifelt nach einem Heilmittel um seine todkranke Frau zu retten und geht dabei jedes Risiko ein…
Die Zukunft: Ein nackter Mann schwebt in einer Blase durchs All und blickt zu den Sternen…
Der Film „The Fountain“ (den ich noch nicht gesehen habe) gilt als ambitionierter schöner Flop, der sich sehr bemüht irgendwas auszusagen, aber doch konfus bleibt (Solche Fehlschläge mag ich eigentlich 😉 ). Auch der Comic ist seeehr umständlich und aufgeblasen: Um die schlichte Botschaft ‚Der Tod gehört zum Leben‘ unters Volk zu bringen muss man wirklich nicht auf drei Zeitebenen rumgurken (wie’s elegant geht zeigt ‚Sandman‘). Zudem sind die Zeichnungen mit ihren Pfannkuchen-Gesichtern sehr HÄSSLICH und die Erzählung unbeholfen. So steht zum Beispiel über dem Bild einer hereinstürmenden Wache tatsächlich „Eine Wache stürmt herein.“ Was soll das? Wenigstens geht es schneller den Comic durchzublättern als den Film zu gucken.

WERTUNG: 5

Fortsetzung folgt.

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