Comics: Zu edel? „DC Heroes“

Was mir am DC-Universum besonders gefällt ist, dass die unterschiedlichen Künstler die Charaktere ganz unterschiedlich darstellen. (Bei 75 Jahren darf man es – trotz einiger Versuche – mit der K0ntinuität hier weniger genau nehmen als mit der Vielfalt der Ansätze). Zwei extreme Beispiele – ein seeehr edles und ein seeehr düsteres – möchte ich vorstellen.

DC Heroes von Alex Ross und Paul Dini (1999-2007)

Auf dieses Buch stiess ich durch seine ungewöhnlichen Zeichnungen. Absolut jedes Bild sieht hier nämlich aus wie ein Gemälde – im photorealistisch-heroischen Stil von Alex Ross (dem „Norman Rockwell der Comics“, sehr passend). Der deutsche Band „DC Heroes“ enthält fünf Stories die Ross und Autor Paul Dini über die Jahre gemacht haben: Je eine zu Superman, Batman, Wonder Woman und Captain Marvel sowie eine Justice Leaque Story. Gemeinsam haben alle Geschichten, dass sich die Helden nicht mit Superschurken herumschlagen, sondern mit den wirklichen Problemen dieser Welt: Hunger, Armut, Krankheit und der menschlichen Schwäche.

Am besten gefällt mir dabei die Geschichte „Superman: Peace on Earth“ in der der Mann aus Stahl (der als Außerirdischer selbst nie hungrig wird) versucht den Hunger auf Erden zu bekämpfen. Die Mischung von Superheld + echte Probleme der Welt + realistische Zeichnung + viel Moral geht in dieser Story am allerbesten auf. Stellt sie doch die Frage ob und wie so ein mächtiger  „Übermensch“ mit ganz klaren Moralvorstellungen in unserer komplexen und zynischen Welt klarkommen kann. Das Ende hat mir beim ersten Lesen richtig Gänsehaut bereitet – eine sehr runde Geschichte!

Bei den anderen Figuren (gerade beim von Haus aus nicht so moralischen  Batman) klappt das Konzept dann nicht mehr ganz so gut. Der Grat zwischen nachdenklicher Erzählung mit schönen Bildern und Moralpredigt im Zeugen-Jehovas-Look wird zunehmend schmaler.  Was mir auch nicht so gefällt ist das Format der deutschen Ausgabe, die oft an den Rändern beschnitten wirkt und wohl auch verkleinert wurde, was die in die Bilder eingearbeiteten Texte oft schwer zu lesen macht.

Abgerundet wird das Buch durch viele Konzeptzeichnungen, zwei lange Interviews mit den Machern und Entstehungsgeschichten der wichtigsten DC-Superhelden. Insofern ein feiner Band, der einfach Spaß macht anzusehen.

WERTUNG: 2

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