Kino: „Ponyo“

Süß, bunt und geheimnisvoll: In „Ponyo“ erzählt der japanische Zeichentrick-Altmeister Hayao Miyazaki seine Version der Geschichte der kleinen Meerjungfrau.

Eines Tages fischt der fünfjährige Sosuke ein Marmeladenglas aus dem Meer in dem sich eine kleine Gestalt befindet. Ein Goldfisch? Anscheinend – aber mit dem Gesicht eines Mädchens. Er nimmt das kleine Tier, das er Ponyo nennt, mit in den Kindergarten. Doch Ponyo ist gar kein Tier, sondern eine Art kleine Meerjungfrau mit Zauberkräften, die sich langsam in ein richtiges Mädchen verwandelt, da es ihr Wunsch ist bei Sosuke zu bleiben.

Das ist ihrem Vater, einem unter dem Meeresboden lebenden Forscher, gar nicht recht und er holt seine Tochter zurück. Doch Ponyo gibt nicht auf: Mit ihren Schwestern macht sie sich auf eine waghalsige Flucht, welche die Gewalten des Meeres entfesselt und sogar die Sicherheit von Sosukes Insel bedroht…

Es ist schwer zu sagen, für welche Altersgruppen man „Ponyo“ empfehlen kann: Einerseits ist er zuckersüß und sprüht vor kindlicher Lebensfreude (etwa wenn Fisch-Ponyo alle Leute anspuckt) andererseits ist er auch recht geheimnisvoll. Viele Rätsel werden spät oder gar nicht gelöst: Wer ist Ponyo wirklich? Warum ist ihre Zauberkraft gefährlich? Am besten, man lässt all diese Erwachsenenfragen vor der Kinotür und genießt den Film als Rausch der Formen und Farben, als freies Spiel der Freude am Zeichnen und am Wasser, dass diesem Film seinen Rhythmus gibt: Mal überschäumend turbulent, mal majestätisch ruhig.

Vier Jahre lang zeichneten der nun 70-jährige Anime-Altmeister Hayo Miyazaki und sein Team an „Ponyo“ – alles in Handarbeit, „weil das viel mehr Spaß macht als mit dem Computer!“. Das will man angesichts dieses bunten und fantasievollen Kinderfilms gern glauben. Der düstere Kulturpessimismus von Miyazakis Meisterwerken „Chihiros Reise“ und „Prinzessin Mononoke“ ist jedenfalls nur noch in Nebenfiguren zu finden und auch die werden am Ende in diesen großen Hymnus auf das Leben, die Fantasie und die Liebe einstimmen.

Und ausserdem: Ein Unterwasserfilm, bei dem ich nicht eingeschlafen bin!

Reife Leistung!

WERTUNG: 2

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