DVD: „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“

Eine uralte Legende erzählt, dass Sean Connery einst das Skript von „The Matrix“ geschickt bekam, aber nicht mitspielen wollte, weil er die Geschichte nicht verstand. Einige Zeit später bekam er das Skript von „Lord of the Rings“, das er ebenfalls nicht verstand und deshalb nicht mitspielen wollte. Als er die Filme dann gesehen hatte soll er gesagt haben: „Das nächste Skript, das ich nicht verstehe mache ich!“

Und das war „The Leaque of extraordinary gentlemen“:

 

Dass dieser Film auf dem auf dieser Seite fröhlich gelobten Comic von Alan Moore basiert, darf man beim schauen aber getrost vergessen. Außer der Grundidee – alle Romanhelden des 19. Jahrhunderts lebten wirklich und arbeiteten als erste Superhelden-Liga gegen die Schurken – und einigen Personen ist hier alles anders: Anderer Bösewicht, andere Story, anderes Kräfteverhältnis. So tauchen hier überraschenderweise noch Dorian Gray (gute Idee, gut gespielt und passend) und Tom Sawyer (schlechte Idee, farblose Möchtegern-Identifikationsfigur fürs amerikanische Publikum) auf. Auch dass nicht mehr Mina die Anführerin ist, sondern (natürlich) Quartermain/Connery stört etwas. Zudem hat man den Figuren etwas ihre Zwielichtigkeit und ihre Geheimnisse genommen, was der Sache erheblich weniger Tiefgang verleiht…

Aber hey: Dieses „Im Buch war doch aber…“-Genöle nervt ja und alle die sagen „dann lies halt das Buch“ haben durchaus recht. Für sich gesehen ist der Film ein durchaus amüsantes B-Action-Movie mit schönen Set-Designs von Carol Spier und jeder Menge Rabbatz.

Ein bischen Würze bekommt das ganze noch dadurch, dass es wirklich eine Abschiedsvorstellung ist: Sean Connery warf danach gefrustet das Handtuch und kehrte der Schauspielerei den Rücken, Regisseur Norrington machte eine mehrjährige Hollywood-Pause und Vorlagen Autor Alan Moore änderte seine bishere wohlwollende Gleichgültigkeit gegenüber den Verfilmungen seiner Geschichten in offene Ablehnung: Ab sofort durfte sein Name in keinem Film mehr genannt werden.

Uns Zuschauern darf das aber glücklicherweise reichlich wurscht sein, denn die schlechte Stimmung beim Dreh merkt man dem Popcorn-Spektakel nicht an.  Das eignet sich super für einen Regenabend. Und wer die wirkliche Story will, dem bleibt ja immer noch der hervorragende Comic.

WERTUNG: 3

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