Prügeln statt grübeln: „Sherlock Holmes“

„Das ist der beste Film des Jahres“, teilte mir ein 16-jähriger mit und ich müsse ihn unbedingt sehen. Nun – ein Kung-Fu kämpfender Sherlock Holmes scheint mir jetzt nicht gerade besonders true, aber naja…  Nach dem Genuss von „Sherlock Holmes“ hat man zumindest einen Überblick was 16-jährigen gefällt: Hokuspokus, Prügeleien und Explosionen. Hätte ich in dem Alter auch gemocht.

Dass das ganze unter dem Namen „Holmes“ fungiert ist aber für die, welche den Meisterdetektiv aus irgendeiner anderen Inkarnation kennen nur ein ärgerlicher Ettikettenschwindel: Aus der „Denkmaschine“ (*grin*) wurde eine Kampfmaschine, die ihre Kombinationsgabe vor allem dazu nutzt herauszufinden wo er dem Gegner als nächstes hinhauen soll.

Dass Guy Richtie die prollige billig-Tarantino Attitüde seiner Gangsterfilme hier ausgerechnet auf Holmes überträgt – einen Mann, der mit dem Verstand Fälle löst und eben nicht durch Muskelkraft – hinterlässt einen schalen Eindruck und schadet auch dem zentralen Figurenduo: Aus dem unterschiedlichen Watson undHolmes werden zwei Versionen einer Figur: Beide raufen, knobeln und schiessen. Viel Funken sprühen da nicht mehr zwischen den „Charakteren“.

„Bond im 19. Jahrhundert“ wollten sie machen – was bleibt ist ein aufgeblasenes, rumpelndes Nichts aus zweiter Hand ohne Substanz, das nicht mal als Action-Film ohne Holmes-Ettikett funktionieren würde, einzig dem Zweck geschuldet hier kräftig Geld von 16-jährigen zu kassieren.

WERTUNG: 4

Ein Kommentar zu „Prügeln statt grübeln: „Sherlock Holmes“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s