Kino: „Durst“

Bakjwi“ (Durst) von Chan-Wook Park ist nicht so einfach zusammenzufassen wie der letzte Film in diesem Blog. Kein Wunder, trug der Koreanische Regisseur die Idee zu diesem intelligenten Vampirfilm mindestens 10 Jahre mit sich herum.

I am a vampire, but that’s O.K. …

„Durst“ handelt vom jungen koreanischen Mönch Sang-Hyeon, der sich freiwillig für ein medizinisches Experiment meldet: Um ein Serum gegen ein Bösartiges Virus zu finden werden in Afrika nämlich noch Versuchspersonen gesucht. Doch bisher sind alle Versuche fehlgeschlagen – unser Held ist der erste, der nach einer Infizierung wirkungsvolle Antikörper entwickelt. Mit einem kleinen Nachteil: Er hat fortan Appetit auf Menschenblut.

Um seine christliche Nächstenliebe trotz des Vampirdaseins nicht aufgeben zu müssen stillt sich Sang ausschließlich an Komapatienten und später an Selbstmördern, welche seine „Dienste“ selbst als bizarre Hilfestellung empfinden. Das geht so lange gut, bis Sang sich verliebt – in ein verheiratetes Mädchen, das aber in seinem Haus wie eine Sklavin, oder eher wie ein Hund gehalten wird. Da geraten die Dinge ausser Kontrolle…

…oder auch nicht.

Wie gesagt, der Film ist schwer zu beschreiben: Er ist realistisch  und Traumhaft zugleich, überraschend in den Charakterentwicklungen und dennoch glaubwürdig,  Er nimmt sich viel Zeit seine Charaktere vorzustellen und seine Stimmung zwischen zu etablieren. Interessant ist dabei, wie die Sympathien des Zuschauers, die sich während der Exposition entwickeln, in der zweiten Hälfte auf die Probe gestellt werden, wenn die Figuren sich durch den Vampirismus zu verändern beginnen (oder auch nicht).

In der Art wie hier ein Idealist Unheil in die Welt bringt (oder auch nicht) erinnert er stellenweise an Lars von Trier, andere Passagen sind waschechtes Psychodrama, Kriminalstück oder Liebesgeschichte – und trotzdem fügt sich alles zu einem harmonischen ganzen. Dabei muss ich sagen, dass mir die sanften Teile besser gefallen haben als die blutigen: Wenn Story und Charaktere derart stimmig sind ziehen knackende Knochen imho etwas sehr die Aufmerksamkeit auf sich.

Trotzdem ein ganz feiner Film!

WERTUNG: 1

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