Kino: 2x3D „Coraline“ und „Oben“

Trickfilme sind die besseren Filme!

Behaupte ich zumindest nach der Sichtung von „Coraline“ und „Oben“, zwei herausragenden Vertretern der Gattung.

Fangen wir mit dem blauhaarigen Mädchen an:

Für die abenteuerlustige Coraline ist das Leben ziemlich langweilig: Ihre Eltern basteln an einer theoretischen Schrift über Gartenarbeit (!) und zogen sich dafür in ein altes Haus auf dem Land zurück wo es immer zu regnen scheint, die anderen Bewohner skurile Ausländer und das einzige andere Kind am Ort ein nerdiger Junge mit Kater ist der zu viel plappert.

Doch dann entdeckt Coraline hinter einer Tapete eine geheimnisvolle Tür, die sie in eine andere, scheinbar bessere Welt führt: Hier hat sie andere Eltern, die ihr immer zuhören und die coole Sachen machen, auch die Nachbarn sind hier viel lustiger. Doch schon bald ahnt man, dass diese schöne neue Welt auf der anderen Seite der Wand nicht so lieblich ist wie man denkt… denn warum sonst hätten hier alle Knöpfe auf den Augen?

Coraline von Henry Selick entführt einen in eine ganz, ganz eigene Welt, die ausser an „Nightmare bevore Christmas“ (ebenfalls von Selick) an nix erinnert, was man sonst im Kino gesehen hat. Schon Coralines ’normale‘ Welt ist atemberaubend schön und herrlich skuril und hinter der Wand wird es noch verrückter.

Für kleine Kinder sicher viiiel zu gruselig ist Coraline für die Erwachsenen ein ganz großer Spaß. Die Handanimation der Figuren ist wirklich perfekt – fast zu perfekt – Coraline würde glatt auch als Computertrickfilm durchgehen, manchmal wäre hier ein bischen gaggeliger noch charmanter gewesen.

WERTUNG: 1

Solche Sorgen gibt’s in „Oben“ natürlich nicht, immerhin sind hier die Väter und Meister des digitalen Kinos am Werk, die Pixar-Animation-Studios. Und die spielen – wie Kollege HERR Gnadiator richtig sagt in ihrer ganz eigenen Liga. Und in diesem Fall, verzeihen sie das Wortspiel ganz „OBEN“.

Erzählt wird vom alten Herrn Fredricksen. Der hat sein Leben lang darauf gespart, seiner Frau ihren großen Traum zu verwirklichen: Eine Reise nach Südamerika. Doch immer kommt etwas dazwischen, das Geld wird für etwas anderes ausgegeben schließlich stirbt die Frau und Fredericksen steht alleine da. Als gesichtslose Geschäftemacher sein Haus abreissen wollen geschieht das Wunder: Fredricksen hebt ab – mit lauter Luftballons an seinem Haus. Dumm nur, dass er versehentlich den unbedarften Pfadfinder Russel mit dabei hat. Gemeinsam reisen sie nach Südamerika und erleben dort ungaubliche Abenteuer mit… nee, mehr wird wirklich nicht verraten.  Denn wenn man in diesem Jahr nur eine Kinokarte kauft, dann sollte es wohl die für „Oben“ sein.

Hier stimmt einfach alles: Die Technik ist so blitzsauber wie man es von Pixar erwarten kann: Haare, Landschaften, Texturen, das Timing stimmt auf den Punkt. Das schönste aber, man merkt jedem Bild an, wieviel Liebe hier in Details gesteckt wurde: Seien es die Tennisbälle, mit denen sich Carl seine Gehilfe gebaut hat, die Gepäckspinnen um den Briefkasten oder auch, dass alle wichtigen Einblendungen auf Deutsch übersetzt sind.

Das alles würde aber ohne gute Geschichte nix taugen, aber auch hier schwimmt Pixar wieder ganz oben: Besonders die erste halbe Stunde ist ein Genuss, auch wenn ihre Themen –  Liebe, Altern, Träume und Verlust – die Kinder im Kino merklich langweilt, aber für die gibts dann anschließend noch jede Menge Rabattz.

Hm. Ich kling ja wie ein Scheiß Pressesprecher. Aber wenns halt so schön ist.

Hail Pixar!

WERTUNG: A

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2 Gedanken zu “Kino: 2x3D „Coraline“ und „Oben“

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